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Große Preisunterschiede mit/ohne Nahverkehr im Vorlauf nachts

In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass es extreme Preisunterschiede gibt, wenn im Vorlauf Nahverkehr enthalten ist.
Mal als Beispiel: Mittenwald-Dresden am 28.8. Abfahrt 22:36 Ankunft: 10:05 Preis 127.- (gibt nur Flexpreis)
Wenn ich nun die gleiche Verbindung buche, aber nur den Abschnitt München-Dresden (also NV Mittenwald-München weglasse) gibt es einen Sparpreis von 29,90€

Wie kommen solche Preise zustande, da der NV-Zug im Vorlauf um diese Zeit eh menschenleer ist?
O.g. ist nur ein Beispiel. Ist an fast allen Tagen so um diese Uhrzeit, auch wenn es zu anderen Orten geht, habs mal probiert mit Freilassing-Dresden und Cochem-Dresden. genau das selbe. Mit NV sauteuer, ohne billig. An fast allen Tagen im September und Oktober.
Da kommt man ja billiger, nur eine Teilstrecke zu buchen und den NV-Vorlauf als Länderticket zu kaufen. Ist das im Sinne des Erfinders?

Mirko70
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ilexus
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Ich schließe mich der Frage an und kenne ähnlich krasse Beispiele. Bisher ging ich davon aus - und es war m.E. in der Vergangenheit auch oft so - dass die Fernverkehrsverbindung die teurere war und der NV eher "zugegeben" wurde.

Manchmal ist es übrigens auch sinnvoll, für die Verbindung mit NV mal nachzusehen, ob die Preise eine Station früher nochmals günstiger sind. Hatte ich auch schon.

Inzwischen gibt es Sonderangebote (myDB-Ticket, Travelzoo etc.), in der der NV ja auch komplett ausgeschlossen ist.
Ich habe es tatsächlich auch schon so gelöst, dass ich dann einen NV-Einzelfahrschein im Vorlauf gebucht habe. Im Endeffekt sind Personen, die nicht in der Nähe von Fernverkehrsbahnhöfen leben, benachteiligt.

Im Sinne des Erfinders? Tja...
"Vorteil" für die Bahn: Bei Buchung von zwei getrennten Tickets gibt es im Verspätungsfall keine Erstattung und auch keine aufgehobene Zugbindung...

Elmaran
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>>> Im Endeffekt sind Personen, die nicht in der Nähe von Fernverkehrsbahnhöfen leben, benachteiligt. <<<

Und das nicht zu knapp, denn ein Ticket im Vorlauf kann schnell den Anschluß im anschließenden Sparpreis in die Hose gehen lassen. ( Wenn auch nicht hier im konkreten Falle, wenn Stunden dazwischen liegen. )

In diesem Sinne sollte eigentlich bisherige Regelung wo die Fahrgäste in der Fläche schon starkr benachteiligt sind, wenigstens die Anschluß Regelung in zwangsläufiger Stückelung doch mal ein bißchen überdacht werden.

Bei den unterschiedlichen Preisen handelt es sich um verschiedene Angebote. Der Flexpreis ist relationsbezogen und immer erhältlich. Sparpreise hingegen sind Pauschalangebote, welche nur in begrenzter Stückzahl sowie in bestimmten Preisstufen zur Verfügung stehen. Es gibt aber nicht für alle Verbindungen Sparangebote. Eine Übersicht der Kontingente bietet der Sparpreis-Finder.

Für die Strecke Mittenwald - Dresden werden Sparpreise auch ab 29,90 Euro angeboten. Für Ihre Wunschverbindung gibt es jedoch leider keinen Sparpreis. /ki

buenavista
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Der Preisunterschied kommt hier nur dadurch zustande, dass die Gültigkeit von Sparpresiticket um 10:00 des Folgetags endet. Bei Buchung der Fahrt Mittenwald-Tharandt (Ankunft 9:50) gibt es einen Sparpreis von Euro 29,90 am angegebenen Tag.

kabo
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Dass bei Sparpreisen der Fernverkehr das teure ist und der Nahverkehr nur Zugabe, trift nicht zu.
Bei allen Tickets, die Nah- und Fernverkehr enthalten, werden die Einnahmen zwischen DB Fernverkehr und dem Nahverkehrsbetreibern (DB Regio, private Bahnen) aufgeteilt. Der Anteil des Nahverkehrs an den Einnahmen ist proportional zur Länge der Nahverkehrsstrecke. D.h. Bei Sparpreisen, die einen langen Nahverkehrsvor-/nachlauf haben ist der Anteil des Ticketpreises, der an die Nahverkehrsbetreiber abgegeben werden muss, hoch. Bei Sparpreisen aus den unteren Preisgruppen kann das so weit gehen, dass für den Fernverkehr fast nichts übrig bleibt.

Dadurch wird klar, dass die DB Fernverkehr dann gute Angebote machen kann, wenn von den Ticketeinnahmen nichts an den Nahverkehr abgegeben werden muss. Bei reinen Fernvehrstickets ohne Nahverkehr, darf DB Fernverkehr nämlich die gesamten Einnahmen für sich behalten.

Auf das Problem, dass bei Fahrten über Nacht Sparpreise nur dann angeboten werden, wenn das Ziel bis spätestens 10 Uhr vormittags erreicht wird, hat buenavista schon hingewiesen. Das ist aber ganz unabhängig davon, ob Nahverkehr enthalten ist, oder nicht (auch für reine Fernverkehrs-Nachtfahrten wird nur der Flexpreis angeboten, wenn das Ziel erst nach 10 Uhr erreicht wird). Bei Fahrten über Nacht kann es daher günstiger sein, bis zu dem Ort zu buchen, der vor 10 Uhr erreicht wird und den Rest dann separat.

Mirko70
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Danke für die Antworten, insbesondere an buenavista.
Genau, diese 10 Uhr Grenze war das Problem. An sowas habe ich gar nicht gedacht. Da aber selbst der DB-Mitarbeiter nur was von Kontigenten erzählte, kann man mal sehen wie komplex, unübersichtlich und kundenunfreundlich die Preisgestaltung ist.
Ist schon echt "bescheuert" dass man vor 10 Uhr dann aussteigen muss, an den Ticketautomaten des Verbundes rennen muss, Ticket nachlösen, nächsten Zug nehmen und das nur wegen 5 Minuten, die aber eine Ersparnis von 97 Euro bringen. Da greift man sich echt an den Kopf. Otto-Normalverbraucher merkt das gar nicht und bezahlt treu-doof den Flexpreis.
Hatte solche Touren über Nacht schön öfters gemacht, als die guten alten DB Nachtzüge noch gab, da war man immer vor um 10 Uhr zu hause, da fiel es mir gar nicht auf. ;)
Ist wohl echt besser wieder das Auto zu nutzen, bei o.g. Fall (wenn ich nur bis Tharandt buche) müsste ich ja dann 2 Tickets seperat für Hin und Rückfahrt buchen, was bei Stornierung 2 x Stornierungsgebühren dann kostet. Und das alles wegen 5 Minuten. Echt krass. Wieder was gelernt.