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Warum gibt es nur eine Lounge für wenige aber oft gar keinen Wartesaal mehr für alle?

Füher gab es mal Wartesäle verschiedener Klassen für alle Passagiere in allen großen Bahnhöfen, heute bis auf seltene Ausnahmen wie Köln oder München nur eine Lounge für wenige in wenigen großen Bahnhöfen. Heutzutage ist der Wartekomfort bei der Bahn meistens nur unwesentlich besser als beim Fernbus. (Und als Autofahrer kann ich Pausen einlegen wo ich will.) Hat man denn keinen Platz mehr dafür in den neuen Einkaufsbahnhöfen?

https://www.einkaufsbahnhof.de/

Leo
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ThomasDenkel
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Also in den 15 großen Bahnhöfen, die eine DB-Lounge haben, gibt es meines Erachtens auch genügend Aufenthaltsmöglichkeiten für Kunden, die dafür keine Zugangsberechtigung haben und seien es nur die Empfangshallen, welche im Winter in der Regel auch beheizt werden. Darüber hinaus die Geschäfte und Gastronomiebetriebe, die mich schon mal haben vergessen lassen, daß ich auch in die Lounge hätte gehen können.

Viel problematischer finde ich völlig fehlende Aufenthaltsmöglichkeiten an den zahlreichen kleineren Umsteigebahnhöfen, wo man - wenn man sich als ortsunkundiger streng an die Online-Fahrplanauskünfte hält - schon mal bei Nacht, Nebel/Regen und Kälte bis zu einer Stunde im Freien auf seinen Anschlußzug wartet.

Beispiel: Die von mir häufiger genutzte Verbindung von Zürich (mit EC ab 18:06) nach Aichach. Lt. Online-Auskunft soll ich dabei von 22:03 bis 22:53 Uhr in Buchloe warten. Um diese Zeit ist dort nicht mal mehr die Eingangshalle geöffnet, man kann nur draußen am Bahnsteig warten. Wer es wie ich weiß, der fährt natürlich schon um 22:15 Uhr nach Augsburg Hbf weiter und wartet dann dort, wo in der Regel die Bahnhofsgastronomie noch geöffnet hat und sei es nur der Mc Donald´s - eine Louge gibt´s dort eh nicht, um wieder aufs Thema zurückzukommen. Würde dieser frühere Zug aus Buchloe nicht um 22:45 und somit zeitgleich mit der Abfahrt des früheren Zuges nach Aichach in Augsburg Hbf ankommen, wäre gar kein warten erforderlich - aber das geht nun wohl wirklich zu weit. Dennoch frage ich mich, wer solche Fahrpläne erstellt. Aber so ist das halt bei Bahn-Themen - man kommt immer vom Hundersten zum Tausendsten.

@DB | Ich weiß, daß ich jetzt etwas vom Thema abschweife, möchte aber folgende Anregungen an dieser Stelle loswerden:
# Es wäre gut, wenn bei der Verbindungssuche auch die Bahnhofskategorie und somit die Aufenthaltsqualität berücksichtigt würde. Oftmals sind, wie in meinem Beispiel, alternative Umsteigemöglichkeiten mit weitaus besserer Wartequalität möglich, ohne daß einem ein zeitlicher oder finanzieller Nachteil entsteht.
# Unabhängig davon sollte immer die nächst mögliche Weiterreisemöglichkeit angegeben werden. Man stelle sich anhand meines Beispiels vor, ich warte 50 Minuten in Buchloe, dieser Zug kommt dann zu spät und ich verpasse in Folge dessen den Anschluß in Augsburg Hbf, wo ich ja eigentlich schon viel früher hätte eintreffen und obendrein komfortabler hätte warten können.
# Grundsätzlich wäre es wünschenswert, wenn man bei zukünftigen Planungen nicht nur an die Besucher der Lounges in wenigen großen Bahnhöfen, sondern auch an die sicher weitaus größere Zahl der Fahrgäste, die an den vielen kleinen Umsteigebahnhöfen frierend und völlig ungeschützt am Bahnsteig stehen, denken könnte.

Sparflieger
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@Thomas Denkel

Sie haben einen entscheidenden Hinweis gegeben: Aufenthalt in Geschäften oder Gastronomiebetrieben.

Es könnte ja sein, dass ich das gar nicht will und einfach nur in Ruhe und ohne Konsum auf meinen Zug warten will; Einkaufsbahnhof eben wobei der letztere Wortteil schon fast in den Hintergrund gerät.

ThomasDenkel
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@sparflieger | Dafür habe ich ja auch die Empfangshallen, die in der Regel auch Sitzgelegenheiten bieten, erwähnt. Dort müssen Sie nichts kaufen oder konsumieren. Man darf auch nicht vergessen, wie die großen Bahnhöfe teils sehr heruntergekommen ausgeschaut haben, bevor deren Modernisierung und der damit verbundene Einzug der Geschäfte erfolgt ist. Irgendwo muß das Geld ja herkommen, um diese großen Anlagen zu betreiben und unterhalten, da machen die Pachteinnahmen sehr viel aus. Mit reinen Wartesäälen ist kein Geld zu verdienen, deshalb wurden die ja alle geschlossen.

So sehr wir Fahrgäste uns das vielleicht wünschen würden, aber die DB ist keine soziale Einrichtung sondern ein Wirschaftsunternehmen, das Geld verdienen möchte und auch muss. Das war der (verkehrs-)politische Wille hinter der Bahnreform und der daraus resultierenden Abschaffung der Behörde Bundesbahn. Ohne die vielen Gastronomiebetriebe und Geschäfte würden wir heute sehr wahrscheinlich - wie man es ja an vielen kleineren und mittleren Bahnhöfen nach wie vor beobachten kann - vor verschlossenen Türen stehen und müssten auch dort draußen in der Kälte warten.

Nichts für ungut - ich weiß was Sie meinen. Aber das wird aus den genannten Gründen wohl ein Wunschtraum bleiben.

Sparflieger
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@Thomas Denkel

Dann sehen Sie sich bitte einmal Bremen an. Da gibt es eine Empfangshalle, total zugebaut mit Geschäften etc, aber es gibt dort keine Bank.

Es gibt dort einen Bahnhofstunnel mit Zugang zu den Bahnsteigen, der derart mit kleinen Buden etc. voll gestellt ist, dass man da teilweise nicht mehr durch kommt zur Rushour oder zu Freimarkt Zeiten.
Da gibt es auch Bänke, zum Warten laden die aber nicht wirklich ein

Klar, die DB ist kein Sozialverein. Aber wenn teilweise sehr lange Wartezeiten entstehen muss auch dafür gesorgt werden, dass diese verträglich überbrückt werden können.

Hallo Leo,

die meisten Reisenden möchten nicht in einem Wartesaal die Zeit verbringen, diese gehen in dieser Zeit lieber etwas bummeln oder einen Kaffee trinken. Deshalb ist die Nachfrage nach großen Wartesälen auch nicht mehr hoch gewesen. So lässt sich meiner Meinung nach die Zeit auch angenehmer vertreiben. Klar, will das nicht jeder, aber den Großteil spricht es mehr an. /ni

Elmaran
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Ob das die meisten Reisenden wirklich so wollen ?

Gut viele Anfragen kamen zu dem Thema nicht, kann mich hier nur an eine zuvor im letzten Jahr von einer älteren Dame erinnern die es allerdings in München auf die Bahnhoshalle bezogen hatt ..

Mir geht es da jedoch eher wie der, so auch dem Fragesteller hier.
Ich habe auch KEIN Interesse an Bahnhöfen Einkäufe und sonstiges zu tätigen, oder auch
nur völlig überteuerte Preise bis hin für kleine Flasche Cola bis über 2,80 zahlen zu müssen.

Sondern würde viel eher erwarten NICHT von Dritten bei oft viel zu kurzen Umsteigzeiten welche angeblich ausreichen sollen auch noch recht stark behindert zu werden. Und dann wenn möglichst dadurch noch Zug knapp verpasst mich auch viel lieber setzen würde anstatt für Wartezeit auch noch irgendwo in möglichst noch überfüllten Mc Donald hohe Preise zahlen zu müssen, nur um meine Füße schonen zu können. Es gibt nämlich auch viele die benötigen Sitzgelegenheiten auf Bahnsteig, oder in einer Bahnhofshalle. Nicht jeder kann allzulange aus welchen gesundheitlichen Gründen auch immer stehen.

Warteräume gibt es ja heute nur noch selten, mir fällt da im Augenblick nur einer im Hbf Halle ein wo sich mittig in der Unterführung noch eine Kombination von Warteraum mit Schließfächern für Koffer ein.

Mir würde da unter dem Strich dagegen eher Einsparungen an Unterhaltung von Bänken einfallen, und letztlich auch das sich mit Verkaufsflächen auch hohe Pachteinnahmen erzielen lassen einfallen.

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Durch die Geschäfte und Gastronomieangebote sind die Bahnhöfe auch abends noch belebter als sie es (wahrscheinlich) ohne wären. Ich fühle mich dadurch sicherer (kann natürlich ein Trugschluss sein).

Gerade abends und im Winter muss man sich die Warteräume auch mit Menschen teilen, die auf der Straße leben. Das ist nachvollziehbar - aber für den Reisenden nicht unbedingt angenehm.

Elmaran
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Ein totaler Trugschluß wird das nicht sein, denn wo viele auch normale Reisende
und sonstige normale noch unterwegs kann man sich wirklich etwas sicherer
fühlen und wohl auch ein bißchen sicherer sein als wenn relativ menschen leer.
Auch wenn viele Passanten wenn was ist einfach eher nur wegschauen
oder blöd gaffen. Betrifft so allerdings nur große Fernbahnhöfe.

Ansonsten schließen sich Geschäfte und Reisende auch nicht gänzlich aus,
es sollte eben auch an bestimmte Urbedürfnisse insbesonderer auch Älterer
ebenso gedacht werden .. einige Geschäfte weniger im Bahnhofsgetümmel
selbst dafür einige Bänke mehr wären da sicher besser.

Nur solche Bänke wie heutig neuen aus Stahl Gepflecht sollte man auch überdenken,
die sind nicht nur für manches Sitzfleisch ungünstig sondern auch nicht gerade gegenüber
Randalierern besonders stabil wie ich auf Hbf Stendal, und Kassel Wilhelmshöhe feststellen
konnte.

Und bezüglich Geschäfte ist es in Leipzig am besten gelöst, einfach eine Passage auf 2 Etagen längs unterm Kopfbahnsteig finde ich am sinnvollsten gelöst, es fehlten dann nur noch in der Halle so einige Bänke .. gibt´s auf Flughäfen immerhin zu hauf. Es muß also nicht zwingend eine extra Räumlichkeit sein.

ThomasDenkel
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@sparflieger | Wie schon geschrieben - ich verstehe Ihr Anliegen durchaus. Auch kenne ich Bremen Hbf ziemlich gut und weiß, wie es dort zugeht. Ich kenne aber auch das andere Extrem - gottverlassene Bahnhöfe, an denen man bei Nacht und Kälte draußen am Bahnsteig steht. Auf mehr Sitzgelegenheiten können wir uns durchaus einigen und das sollte für die DB auch kein allzu großes Problem darstellen. Aber der Wunsch nach einem extra Wartesaal wird nicht mehrheitsfähig sein und wie 'Benutzerin' völlig zu Recht schreibt, würden sich darin auch immer wieder Leute aufhalten, die man dort nicht haben möchte und auch reichlich solche, die sich nicht zu benehmen wissen - das war ja alles schon mal da. Ob Sie dann dort die von Ihnen gewünschte Wohlfühlatmosphäre und Ruhe finden würden, wage ich sehr zu bezweifeln. Ich habe eigentlich noch meist in einem der Gastronomiebetriebe einen Platz gefunden ohne den direkten Zwang, dort was zu bestellen. Und so lange man rücksichtsvoll bleibt und niemandem, der dort Essen oder Trinken möchte den Platz wegnimmt, wird auch kaum jemand was sagen. Somit bleibe ich dabei, es für viel wichtiger zu halten, kleinere Umsteigebahnhöfe mit mehr Aufenthaltsqualität und Sicherheitsgefühl für die Fahrgäste auszustatten. Denn im Vergleich dazu ist die Wartezeit in Bremen & Co. nun wirklich sehr angenehm zu verbringen.

Wobei einen Ansatz gibt es ja, der in Ihre Richtung geht. Ich weiß nur nicht, wie da der aktuelle Stand der Dinge ist - da kann vielleicht einer der Moderatoren was dazu schreiben: https://inside.bahn.de/bahnhof-wartewelten/

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In Bremen befindet sich oberhalb des Reisezentrums ein Wartebereich für alle. Dieser ist sogar beheizt. Eingang ist von Gleis 1.

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@Thomas Denkel

Ich will ja keine Wartesäle, deren Zeiten sind abgelaufen. Was aber möglich sein muss und da sind wir uns wohl einig: Es muss möglich sein , in einem Umsteigebahnhof bei längeren Aufenthalten einen Platz zu finden, an dem kein Verzehrzwang besteht und an dem man mehr oder weniger vor Kälte, Nässe etc geschützt ist, vom Sicherheitsgefühl nicht zu reden.

Aber weil ja alles mal wieder am schnöden Mammon hängt, werden uns Bahnhöfe wie Buchloe in der Nacht erhalten bleiben.

Die von Benutzerin beschriebenen Menschen von der Straße benötigen keine Wartesäle, diese Mitbürger sind in allen größeren Bahnhöfen zu jeder Tageszeit anzutreffen.

Elmaran
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@Sparflieger

Dein Wunsch ist nachvollzihbar und verständlich, auch aus meiner Sicht sollte
es auf möglichst jeder Station genügend Bänke, so auch eine trocknene Bleibe
geben .. z. B. wenn man möglicher weise gar am Bahnhof auf Grund letzten
verspäteten Zug nicht mehr weiter kommt.

Letztere Szenario wäre bei mir auf dem Bahnhof der Fall, weil die Stadt oder wer
auch immer veranlasst hat den Fernsprecher abzumontieren ... aber immerhin ist
er wohl auch ganze Nach geöffnet, und zumindest in der Zeit reichen auch die 3-4
Pötze auf der Bank in der Halle.

Der Bahnhof gehört hier bei mir übrigens der Stadt, die 5 Kilometer entfernt sonst
wäre jener enthaltene Vorteil auch nicht. Im Grunde hätten alle Städte und Gemeinden
die im Verkauf stehenden Bahnhöfe möglichst übernehmen sollen um wenigstens
noch einen kleinen Rest an Benutzung zu möglich zu machen.
Gut hier bei mir war er ja auch noch relativ super in Schuß, so manch anderer natürlich
nicht mehr, da reichte im Grunde eine günstige Renovierung statt gewaltige Sanierung aus.

Sparflieger
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@Developet

Bin fast heden Tag da, Danke für den Hinweis

@Elmaran

???????

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@Sparflieger
Dass wohnungslose Menschen oft Schutz in Bahnhöfen suchen, ist mir bekannt. Und natürlich nutzen diese auch vorhandene Warteräume - wobei das Vorhandensein eines Warteraums ohne Zugangskontrolle durchaus dazu führen kann, noch mehr Menschen 'anzuziehen'.

Leo
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Die Wartewelten wären ein Ansatz in die richtige Richtung gewesen, hatten aber viele Nachteile:

  • trotz Moos im Sommer heiß und stickig
  • auf dem Präsentierteller: Eine Art Durchreiche zur Bahnhofshalle nahe des Eingangs mit entsprechendem Geräuschpegel.
  • wenig BEQUEME Sitzgelegenheiten mit Rückenlehne
  • das Bahnhofsklavier im kleinen Raum empfand ich deutlich negativer als in Frsnkreich:
  • http://transports.blog.lemonde.fr/2014/12/03/les-pianos-d...

    • statt einfacher Automaten aufwendige und teure Häppchen und Getränke

    (Wieso wird jetzt hier nicht die Einrückung des Textes berndet? OK, eher sehr unwichtiger Bug...)

    Ich fand fie Wartewelten insgesamt eher reichlich ungemütlich und verbummelte eine kurze Zeit dann doch lieber wie üblich in der Bahnhofsbuchhandlung..

    Spätabends hätte ich die dann ruhigeren Wartewelten gerne genutzt, aber da waren sie verrammelt....

    Alle Geschäfte und die Lounge sind sbends zu, immerhin gebt es noch einen kleinen Warteraum gegenüber, der meist recht gut frequentiert ist.

    In Köln gibt es auch so einen, bzw. gab es zumindest früher. Hier mußte ich einmal tatsächlich aus Terminproblemen mitten in der Nacht fast 2 Stunden warten. Regelmäßig schaute die Security vorbei und ließ sich die Fahrkarten zeigen; die unerwünschte Kundengruppe wurde somit recht schnell zum Gehen aufgefordert, und wird es dann wohl bei dem einen Versuch belassen.

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In Köln gibt's noch einen an Gleis 1.