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Mit welcher Begründung übernimmt die Bahn nur Anteilig (80 Euro) meine Taxiquittung?

Gerne hätte ich zu folgender Begebenheit eine Stellungnahme:

Startbahnhof: Biberach (Riß)
Zielbahnhof: Erlangen
Umstiege in der richtigen Reihenfolge: Ulm, Aalen, Nürnberg

Vor Kurzem bin ich an einem Sonntag von Biberach a. d. Riß in Richtung Erlangen gestartet. Bis Ulm war noch alles fahrplanmäßig. In Ulm startete der Anschlusszug in Richtung Aalen ca. 10-15 Minuten verspätet. Im Zug wurde die Fahrkartenkontrolleurin von mind. 10 Personen mit Ziel Nürnberg angesprochen, ob der nächste Zug nicht wenige Minuten warten könne. Kurz vor Aalen wurde den Reisenden mitgeteilt, dass der letzte Anschlusszug des Tages für Ziel/Umstiegsbahnhof Nürnberg nicht warten werde.
Als Alternative wurde empfohlen im gleichen Zug die Rückfahrt nach Ulm anzutreten, um von dort weiter nach München zu fahren, da hier der nächste noch offene Infopoint anzutreffen ist. Dort sollten Hotel-/Taxigutscheine ausgegeben werden. In Anbetracht dieser wahnwitzigen Empfehlung (schnellste Verbindung Aalen - München > 2 Stunden) wurde auch eine inoffizielle Empfehlung ausgesprochen: von Aalen mit dem Taxi nach Nürnberg fahren, um dort Anschlusszüge noch zu erreichen; Geld muss vorgestreckt werden und wird erstattet. Kurz darauf fand ich mich mit 2 anderen Personen in einem Taxi auf dem Weg nach Nürnberg. Am Bahnhof zeigte das Taxameter 318 Euro. Die Rechnung wurde natürlich gedrittelt und so hat der Fahrer jedem eine Rechnung über 106 Euro ausgehändigt.
In Nürnberg hat jeder - wenn auch verspätet - einen Anschluss zu seinem Zielbahnhof erwischt.
Meine Ankunft war letztlich genau 60 Minuten verspätet.

Das Fahrgastrechteformular zur Erstattung der Kosten wurde erst über 2 Wochen später beantwortet. Es werden wegen der Verspätung ab 60 Minuten 25% des Ticketpreises und 80 Euro der Taxiquittung erstattet.

Warum werden nur 80 Euro der Taxiquittung erstattet und warum bleibe ich (Student) nun auf einer Rechnung von 26 Euro sitzen? Meiner Ansicht nach ist unser Handeln dem Vorschlag der Bahn in jeder Hinsicht (ökologisch, ökonomisch, Reduktion der Verspätung am Zielort) überlegen, da mit der Fahrt nach München mehr Zeit vergangen wäre, dort keine Anschlüsse in Richtung Nürnberg mehr verfügbar gewesen wären und die Taxigutscheine von München zu den unterschiedlichen Zielbahnhöfen, die Kosten unserer Quittungen weit übertroffen hätten.

BombusTerrestris
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Elmaran
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In den Konditionen sind nun einmal 80,- Euro max für Taxikosten Erstattung festgelegt, und die Deutsche Bahn ist auch verpflichtet kaufmännisch kosten deckend zu wirtschaften.

Allenfalls könnte man hier fragen warum der Betrag im Laufe der Jahre nie angehoben wurde, insbesondere seit Einführung des Mindestlohnes Taxipreise verstärkt gestiegen sind.

Und ökologisch ist das sicher nicht ein Taxi zu nutzen da wäre Umweg über München ökologisch neutral gewesen, da jene Züge so oder so gefahren sind.

Und es macht auch nicht immer Sinn wenn der letzte Anschlußzug wartet, denn wenigen ist eher zumutbar die ihren Anschluß nach Hause nicht mehr erreichen, anstatt gleich über 100 die dann in Nürnberg den letzten Anschlußzug nicht mehr erreichen würden und dann der Bahn dort über 100 mal ein Hotelbett kosten könnten.

Es macht auch Sinn auch schon frühere Empfehlungen der Bahn zu berücksichtigen, möglichst vorletzte statt letzte Verbindung am Tage zu nutzen. Und das macht Sinn, da
nie irgendeine Verspätung und somit ein Anschlußverlust ausgeschlossen werden kann.
So zu handeln wäre sozial wie auch ökologisch.

DB
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Team

Hallo BombusTerrestris,
es tut mir leid, dass es zu Verspätungen auf Ihrer Fahrt kam.
Hinsichtlich Ihrer Beschwerde sind Sie hier jedoch nicht richtig, da in dieser Community Sie Hilfe oder Antworten von anderen Usern erhalten.
Bitte wenden Sie sich mit einem Widerspruch direkt an das Servicecenter Fahrgastrechte. /si

Elmaran
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Bei etwaiger Beschwerde dort, würde ich anregen das die 80,- max Grenze nach all den Jahren hinsichtlich gestiegnen Taxipreisen in den Konditionen auch mal angehoben werden könnten, zumal ja im Laufe der inzwischen vielen Jahren ja ebenso deren Preise auch gestiegen sind.

Developer
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Es ist korrekt, dass Taxikosten nur bis 80€ pro Person übernommen werden.

Ist abzusehen, dass die Kosten 80€ übersteigen, kann man folgendes machen:

  • mehr Personen für die Fahrt suchen (Großraumtaxi) und die Kosten teilen
  • für lange Strecken unbedingt einen Festpreis aushandeln, also ohne Taxameter
  • einen Taxigutschein an der DB Info zu bekommen

Ist das alles nicht möglich, sollte man sich auch des Stresses wegen einfach ein Hotelzimmer suchen. Hier werden nämlich auch Kosten fernab der 80€ erstattet. Am nächsten morgen kann man seine Fahrt dann wieder in Ruhe fortsetzen.

Elmaran
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Mit weiteren Fahrgästen geteilt hat er ja schon,
mit einer DB Info wird es wohl erst recht zu später Abendstunde
auf einem kleinem Bahnhof wie Aalen mau aussehen, nämlich gar nicht.
http://www.bahnhof.de/bahnhof-de/Aalen_Hbf.html?hl=Aalen

Wäre hier also die Frage hätte ein Zugbegleiter einer hier kleinen Regionahn
dafür Taxigutscheine zur Hand ?
Desweiteren ist KEIN Taxiunternehmen verpflichtet solche auch anzunehmen.
In meiner Stadt z. B. lehnen alle Taxiunternehmer sie allein schon aus Grund
des damit verbundenen Arbeitsaufwandes ab .. verlangen Barzahlung.

Taxiunternehmen können auch entscheiden ob über Pflichtfahrgebiet hinaus generell auf Uhr,
oder Festpreis gefahren wird. Hat ein Taxifahrer gerade keinen Bock zu später Stund über Pflichfahrgebiet hinaus zu fahren .. fährt er schlichtweg nicht. Da gibt es auch welche die
gerne pünklich Feierabend haben möchten. - Ist also bei Taxis oft auch recht individuell.

Bei einem Hotelzimmer kann man auch nur hoffen das es noch nicht zu spät
am Abend ist .. da oft Rezeptionsschluß recht früh .. usw .

Die sinnvollste Alternative geschieht daher im Vorfelde einer Fahrt, nicht fer günstigste Preis sollte entscheidend sein, sondern auch sinnvollste Zeit der Fahrt, also wie erwähnt möglichste vorletzte Verbindung zum Ziele nutzen, um nicht in der Nacht im Ernstfalle irgendwo stranden zu müssen.

Gegebenen Falles auch andere Wegstrecken unterwehs wie hier wo ohnehin nur im Regionalverleher unterwegs, wahrscheinlich Schönes Wochenendticket ab Biverach / Riß ...

Letzte Fahrt Sonntags über Aalen ab Ulm gerechnet:
Ulm Hbf 19:13
Fahrzeit 04:49 (übrigens auch mit Umweg ab Aalen über Donauwörth)
Erlangen 00:02

VorVorletzte Fahrt im Nahverkehr direkt über Donauwörth:
Ulm Hbf 19:42
Fahrzeit 03:20 = um die 1,5 Stund Fahrt gespart
Erlangen 23:02
Hier Umstieg zwar ähnlich kurz wie in Aalen, wenn dennoch verpasst macht nix.
Dann nimmt man dort den nächsten Anschluß nach Nürnberg aus vorletzter Fahrt ab Ulm.

Die tatsächlich letzte Fahrt über Donauwörth zähle ich ich hier mal nicht mit da diese
abweichend über Augsburg, und erst ab Donauwörth auf selbiger Strecke ..

BombusTerrestris
BombusTerrestris

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Lieber Elmaran,
die ersten beiden und den 4. Absatz kann ich nachvollziehen und würde zudem befürworten, wenn dieser Beitrag angehoben würde. Ökologisch ist es aber ziemlich sicher nicht, wenn mir für nur eine Nacht ein Hotelzimmer zur Verfügung gestellt wird oder ich eben von München aus das Taxi hätte nehmen müssen.

Liebe Bahn,
der Widerspruch ist schon längst beim Servicecenter eingegangen. Ergebnis der 2. Sichtung: verfahrenstechnisch korrekt. Schade nur, dass dort weiterhin nur die ursprünglichen Angaben auf dem Fahrgastrechteformular und nicht die Gesamtsituation inkl. Empfehlung ihrer Mitarbeiterin berücksichtigt wird. Wie soll sich somit die Einschätzung verändert haben?

Lieber Developer,
ich danke ihnen für ihre Tipps, die ich nächstes Mal sicher beherzigen werden. Drei weitere Taxen von Aalen nach Nürnberg waren jedoch schon voll besetzt.

Es scheint sich zu bewahrheiten, dass man der wahnwitzigen Empfehlung hätte folgen sollen und sich im überteuerten München lieber eine schöne Nacht im Hotel macht...

Mit Dank für die schnellen Antworten,

Bombus

Elmaran
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Es ist aber auch nicht sinnvoll mit einer Verbindung in tiefster Provinz über Erlangen - Donauwörth nach Nürnberg zu gelangen, wenn wie geschildert auch noch später 2 Fahrten direkt ohne Umweg nach Donauwörtk zu gelangen.

Alles was man dazu tun braucht wäre lediglich vorrausschauend " was wäre wenn " auch Alternativen zu erschauen, da nun einmal München - Augsburg - Donauwörth - Treuchtligen - Ansabach - Nürnberg stärker frequentiert wird .. wird dort auch mehr angeboten.

Und schaue bitte mal:

München Hbf an 01:33
München Hbf ab 05:15

Dafür benötigt man dann doch ohnehin kein Hotelzimmer oder ?
Schon gar kein Taxi was auf der dann noch um bald 60 KM längeren Strecke und ect..
noch höheren Müncher Taxipreisen Eure 318,- Taxikosten noch erheblich gesteigert hätten.

Ergebnis wären dann immerhin mit NV Ticket ICE Ulm - München - Nürnberg Nutzung auf Grund jener Verspätung als nächste überhaupt Fahrtmöglichkeit gewesen.

Leo
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Typischer Fall von Kundenbindung....

Ich vermute Mal: Nach Abschluss des Studiums wird die erste größere Anschaffung die eines Autos sein...Darin liegt es sich für ein paar Stunden zum Ausruhem auch noch wesentlich bequemer als in München im Warteraum (immerhin im Gegensatz zu Berlin Hbf noch vorhanden!).

Elmaran, das ist unzumutbar! ( München Hbf an 01:33
München Hbf ab 05:15 - Ja, Elmaran, ich weiß wovon ich rede: Absolutes Lowlight meiner letzten rein privat genutzten Bahncard100 war die Übernachtung in Berlin Hbf wie ein Penner auf dem Boden - unterbrochen von 2 Kontrollen, einmal von der Bahnsicherheit und dann nochmal der normalen Berliner Polizei, vom Parkhauswächter herbeigerufen - tolles "Bahn-Comfort"-Erlebnis. Dem guten Ratschlag nach zu urteilen, der McDonalds mache ja bald wieder auf, zu urteilen, war ich wohl nicht der erste. Ich hatte übersehen, dass der Nachtzug Binz-Rostock-München Ende November nicht fuhr, musste unbedingt am nächsten Morgen den ersten ZUg bekommen... An den wenigen Bänken in exponierter Lage war es eiskalt und es zog extrem. Für einen simplen Warteraum wie Köln oder München war bei dem Protz-Bahnhof dann aber offensichtlich kein Geld mehr da...)

Elmaran
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Ich halte es insbesondere wie hier im konkreten Falle NICHT für unzumutbar, eindeutige Gründe wie auch nicht letzte Verbindung, oder direkte oder verkehrsübliche Verbindung zu nutzen habe ich aufgezeigt. Für mich ist hier daher das für den Reisenden zumondest aus grob fahrlässigen handelns heraus sehr leichtfertig selbst erzeugt worden.

Im übrigen gibt es sogar Reisende die übernachten auch bewußt vorsätzlich auf Bahnhöfen´.
Zumindest dann wenn sie vorher schon wissen das es keinen Anschluß geben wird, zum Teilsind es sogar welche im reinen Nahverkehr mit entsprechenden Behindertausweis welche für sich auf diese art und weise überhaupt kreuz und quer Reisen durch ganz Deutschland überhaupt erst leisten können.

Habe ich Ende der 70ziger auch ähnlich gemacht, fast jeden Monat bei nur 285,- Ausbildungsvergütung 180,- DM im Monat für Tramperticket .. dann noch 6,- Zuschlag
je Fahrt im IC bezahlt .. und Übernachtung auch oft auf Bänken von Bahnhöfen (z. B. in München auf Bahnsteig) wenn gerade kein D-Zug mehr zur Verfügung stand.

Und heute z. B. bei Anlässen wie Rhein in Flammen zwangsläufig Übernachtung in Frankfurt Hbf bis erster ICE Richtung Norden startet. Nun komme mir bloß nicht mit Hotelzimmer am Rhein nehmen, ist völlig aussichtslos wenn im ÖPV unter´wegs .. da gibt´s nicht Hotel für nur die eine Nacht .. die wollen dann mindest 4 Nächte zu extra hohem Preise auch wenn Du nur für eine Nacht überhaupt Zeit hast.
Ist für mich kein Problem auch mal 1 - 2 Nächte notfalls ohne Schlaf auszukommen, nur übertreiben sollte man solch ein Verhalten bei sich auch nicht.

Um noch etwas Konstruktives zu Ihrem Anliegen beizugtragen, möchte ich Ihnen empfehlen, sich auch noch an die Schlichtungsstelle öffentlicher Personenverkehr (http://www.soep-online.de) zu wenden. Wenn Sie sich von einem (Eisenbahn-) Verkehrsunternehmen ungerecht behandelt fühlen, kümmern sich dort neutrale Fachleute um Ihren Sachverhalt und bemühen sich um eine Kompromisslösung in Ihrem Sinne. Mir ist es in ähnlichen Fällen durchaus schon gelungen, höhere Erstattungen als diese 80,- Euro zu bekommen - das erfordert leider allerdings in der Regel eine gewisse Hartnäckigkeit. Eine Hotelübernachtung in München wäre der DB sicher teurer gekommen und das ist ja meines Erachtens allein schon ein gutes Argument dafür, Ihnen lieber die Taxifahrt zu erstatten.