Frage beantwortet

Entschädigung trotz Taxigutschein?

Hallo,
ich hatte bei einer Reise inkl. ICE eine Verspätung von insgesamt ca. 3 h an meinem Zielort. Da ich meinen Zielbahnhof in der Nacht nicht mehr mit dem Zug erreichen konnte, wurde mir ein Taxigutschein ausgestellt.

Ich wollte mir nun meine Entschädigung an einem Bahnschalter auszahlen lassen. Der Bahnmitarbeiter meinte jedoch er wüsste nicht, ob er mir das Geld auszahlen kann, da ich ja einen Taxigutschein bekommen habe. Dies änderte aber nichts an der Verspätung, die sich schon bevor ich ins Taxi eingestiegen bin auf ca. 3 h summiert hatte. Das vom Zugbegleiter im ICE abgestempelte Formular mit Nachweis der Verspätung > 120 min hatte ich dabei.

Daher meine Frage: Erhalte ich in diesem Fall trotzdem eine Entschädigung von 50% des Fahrpreises?

dino89
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Bertosch
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Ja, die Verspätung bleibt ja trotzdem bestehen.
Im Zweifel verwenden Sie das Fahrgastrechteformular und schicken es ein

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Bertosch
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Ja, die Verspätung bleibt ja trotzdem bestehen.
Im Zweifel verwenden Sie das Fahrgastrechteformular und schicken es ein

kabo
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Der Komplex "Verspätung + Taxi" ist aber grundsätzlich ein problematisches Terrain. Hier war der Mitarbeiter am Bahnschalter ja auch unsicher. Die EU-Fahrgastrechteverordnung löst das nämlich nicht zufriedendstellend. Nach den Buchstaben der EU-Fahrgastrechtverordnung sieht es nämlich so aus:
Die Bahn ist verpflichtet die Weiterreise nach Kräften zu ermöglichen. Stellt die Bahn ein Taxi zur Weiterreise zum Zielort der Fahrkarte zur Verfügung, dann erfüllt die Bahn damit ihre Beförderungspflicht. Ist man zu spät am Zielort hat man die ganz normalen Ansprüche auf Verspätungsentschädigung (zusätzlich zur von der Bahn .bereitgestellten Taxifahrt)
Blöd wird es, wenn man abends irgendwo in der Pampa strandet, wo niemand Taxigutscheine verteilen kann. Dann nimmt man sich selbst ein Taxi, um zum Zielort zu kommen. Das ist dann nach der Fahrgastrechteverordnung ein Reiseabbruch (man bricht die Bahnreise ab und reist in eigener Verantwortung weiter). Da bekommt man zwar das Taxikosten erstattet, falls es der letzte Zug des Tages ist - aber eine zusätzliche Verspätungsentschädigung (25%/50%) steht einem nach den Buchstaben der EU-Fahrgastrechtverordnung nicht zu. Erstattung wegen Reiseabbruch und Entschädigung wegen Verspätung können nach der EU-Fahrgastrechtverordnung nicht kumuliert werden.
In dem hier vorliegenden Fall hat der Fragsteller Glück. Da er ja keine Erstattung wegen Reiseabbruch haben will (die Bahn hat ihn schließlich bis an Ziel gebracht, wenn auch mit Hilfe eines Taxis), steht ihm die Verspätungsentschädigung zu.