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Voller Fahrpreis bei baubedingten erheblichen Fahrzeitverlängerungen?

vorweg: Bauarbeiten und daraus resultierende Fahrzeitverlängerungen sind zwar lästig, aber notwendig: Lieber ein Ende mit Schrecken (Bauarbeiten und "planmäßige" Verspätung) als ein Schrecken ohne Ende (--> über Jahre schleichende Fahrzeitverlängerungen und Unregelmäßigkeiten durch schlechte Infrastruktur).

Wofür ich kein Verständis habe: bei baubedingten Fahrzeitverlängerungen (aktuell Berlin-Leipzig Verdoppelung der Fahrzeit!!) muss der volle Fahrpreis gezahlt werden. Ich weiß, dass die Tarifbedingungen das so vorsehen.

Aus Kundensicht zahle ich aber den gleichen Preis bei schlechtererem Service. Wie sieht das die DB als Dienstleister? Wären die verantwortlichen Mitarbeiter bereit, sich in einem Flugzeug mit der Holzklasse zu begnügen, wenn Business gebucht wurde, weil das Flugzeug gerade mal planmäßig gewartet wird?

Um es auf den Punkt zu bringen: Auf der neuen Rennstrecke Halle/Leipzig - Erfurt wurde der Fahrpreis mit der Begründung erhöht, dass der Service durch die Halbierung der Fahrzeit sich verbessert habe. Bei baudingten Fahzeitverlängerungen wird nun aber der höhere Fahrpreis verlangt, obwohl die Situation nicht besser ist als vor der Neubaustrecke.

Muss man das als Kunde verstehen?

Schluchtensauser
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Antworten

Hallo Schluchtensauser,

richtig, Bauarbeiten müssen sein, um das Netz instandzuhalten und auszubauen.

Die Flexpreise stehen nicht in festem Verhältnis zur Weglänge, sondern sie werden als "Relationspreise" für die jeweilige Verbindung, abhängig von der Nachfrage, festgelegt. Kürzere Wege sind relativ teurer als längere. Die Sparpreise schließen sich diesem Nachfrageprinzip an. Ein Relationspreis ist ein Preis zwischen zwei Punkten, welcher verschiedene Wege zulassen kann. Die äußeren Wege bilden als Raumbegrenzung die Ränder der nutzbaren Relationsfläche.

Durch die Bauarbeiten sinkt nun aber nicht automatisch die Nachfrage nach der Strecke, wodurch es auch nicht automatisch zu Preissenkungen auf der Strecke kommt. Zudem sitzen Sie ja weiterhin in einem ICE und nicht in der Holzklasse. /ti

Schluchtensauser
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Vielen Dank für die Antwort, die mich leider nicht so recht überzeugen mag.

1. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Nachfrage bei größeren "geplanten Störungen" durchaus sinkt: wenn der Leipziger Hbf. wieder mal gesperrt ist (mehrmals im Jahr), versuche ich immer, dieses Wochenende zu meiden. Wenn das nicht möglich war, bin ich dann auch schon mal auf den Fernbus ausgewichen. An diesem WE weiche auf den RE aus, da dieser in meiner Relation schneller ist als der ICE.

2. Als Flexpreis-Kunde interessiert mich der Sparpreis (und damit die Nachfrage) im Übrigen nicht.

3. Die Qualität und damit der akzeptierbare Preis einer Verkehrsleistung bestimmen sich für mich vor allem durch die Komponenten: Zeit, Bequemlichkeit, Takt und Verlässlichkeit (in dieser Reihenfolge). Sie schreiben selbst, dass auch die Flexpreise u.a. von der Nachfrage auf einer Relation abhängt, die sich zu einem erheblichen Teil nach dem Faktor Zeit bemessen dürfte.

4. Wenn nun ein gewichtiger Faktor der Preisbildung (und Preisakzeptanz), die Zeit, entfällt, habe ich ein Problem damit, dass sich Preis sich nicht ändert.

Es hätte mich gefreut, wenn die DB wenigstens zugeben würde, dass diese Regelung sehr kundenunfreundlich ist. Ob ich die Rückfahrt am Sonntag mit der DB antreten werden, steht für mich jedenfalls noch nicht fest:

Flixbus Zeitz-Berlin kostet aktuell 16 Euro bei 3,5 Std Fahrzeit. DB ICE ist nicht schneller und in der 2. Klasse auch nicht bequemer kostet aber selbst mit BahnCard 50 70 % mehr. Darüber sollten Sie mal nachdenken.