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Ticket wegen Bauarbeiten teilweise nicht genutzt

Guten Tag,
mich interessiert, ob dies ein Fall für die Fahrgastrechte ist:

Ticket von A über B nach C.
Von A bis B Nahverkehr. Von B nach C Fernverkehr mit Zugbindung und Sitzplatzreservierung.
Zwischen A und B finden nun kurzfristig Bauarbeiten statt, so dass Züge durch SEV (mit längerer Fahrzeit) ersetzt werden. Durch den SEV ist der Übergang in B äußerst knapp.

Da ich unbedingt pünktlich in C ankommen und meine reservierten Plätze auch nutzen möchte, will ich das Risiko nicht eingehen, in B den Anschluss zu verpassen. Ich verzichte daher auf die Fahrt im SEV zwischen A und B, und lasse mich von Bekannten im PkW nach B bringen, wo ich dann den Fernzug nach C besteige.
Vor dem Einsteigen vergewissere ich mich noch mal: Der SEV aus A ist tatsächlich noch nicht da. Hätte ich den SEV von A nach B genutzt, hätte ich - wie befürchtet - in B den Zug verpasst. Meine Entscheidung, mich mit dem PkW nach B bringen zu lassen, war also richtig.

Ich habe nun den Abschnitt A-B des Tickets A-B-C nicht genutzt, weil auf dem Abschnitt A-B wegen kurzfristiger Bauarbeiten keine Züge gefahren sind - und mit dem angebotenen SEV der Anschluss nicht gesichert werden konnte.

Nach den Fahrgastrechten bekommt man ein Ticket anteilig erstattet, wenn man verspätungsbedingt die Reise vorzeitig abbricht und mit einem anderen Verkehrsmittel weiterfährt.
Ich habe aber den umgekehrten Fall: Wegen absehbarer Verspätung wurde das erste Teilstück A-B mit dem PkW gefahren, um wenigstens das zweite (wesentlich längere) Teilstück B-C nutzen zu können.
Wie schaut es aus mit einer anteiligen Erstattung für A-B?

kabo
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Guten Morgen kabo, die Fahrgastrechte besagen ja, dass man bei einer zu erwartenden Verspätung am Ziel auch einen anderen Zug nehmen darf. Wenn also der Anschluss wirklich nicht mehr erreichbar ist, dann darf man zwar eine andere Verbindung nehmen, auch früher, aber zum Beispiel ist ein Taxi nicht nutzbar. Wenn man also eine Teilstrecke aus eigener Entscheidung mit einem anderen Verkehrsmittel nutzt, dann besteht kein Anspruch. Ein Abbruch der Reise fand ja nicht statt, sondern erst ein späterer Zustieg. Somit gilt die angesprochene Regelung nicht. Alternativ hätte man, sofern dies zeitlich passt, auch einen früheren SEV nehmen können. Dennoch spricht nichts dagegen, diesen Fall noch einmal vom Servicecenter Fahrgastrechte prüfen zu lassen. /no

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Ein früherer SEV war keine Option, da der Abschnitt A-B am Wochenende nur 2-stündlich bedient wird. Man hätte also 2 Stunden früher losfahren müssen.

Grundsätzlich ist das aber doch ziemlich unbefriediegend:
Hätte ich den SEV genutzt und den Zug in B verpasst, dann wäre ich >60 min später am Zielort angekommen, was mir 25% Entschädigung gebracht hätte. Die reservierten Sitzplätze hätte ich ja auch nicht nutzen können, was mir eine Rückzahlung der Reservierung gebracht hätte. (Wäre ich alleine gewesen, hätte ich das auch so gemacht - aber nicht mit einer fünfköpfigen Familie.)

Durch Eigeninitiative sorge ich dafür, dass dieser Fall nicht eintritt - und lasse dafür einen Teil des Tickets ungenutzt.
Hier wurde von DB /si der Eindruck erweckt, es gäbe eine anteilige Erstattung für den nicht genutzten Abschnitt:
https://community.bahn.de/questions/1223085-kilometergeld

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Ich habe jetzt noch einmal mit dem Servicecenter Fahrgastrechte gesprochen. Eine Erstattung der Fahrtkosten erfolgt nicht. Wie es aber mit einer Entschädigung der Teilstrecke aussieht, konnte man mir pauschal nicht sagen, da dies im Einzelfall geprüft wird, ob ein Anspruch auf Teilerstattung besteht. /no

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So, ein Update:

Das Servicecenter Fahrgastrechte hat den Abschnitt A-B erstattet, wobei allerdings nicht erläutert wurde, wie die Erstattungssumme errechnet wurde.
Grob über den Daumen enspricht der erstattete Betrag aber dem prozentualen Anteil des Abschnitts A-B an der Gesamt-Strecke A-B-C.

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Hallo kabo,

es ist richtig, wie das Servicecenter Fahrgastrechte verfahren ist. Wenn Sie eine Teilstrecke nicht nutzen und kein Anspruch auf ein alternatives Verkehrsmittel (PKW, Taxi, Mietwagen) besteht, erhalten Sie den nicht genutzten Streckenanteil erstatten. Hierbei wird der genutzte Streckenanteil vom Gesamtwert abgezogen und der Restwert wird Ihnen als nicht genutzte Teilstrecke erstattet - sofern halt überhaupt ein Anspruch besteht. /di

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Vielen Dank.
Aber wie berechnet man den Wert des genutzen Streckenanteils? Und wie den des ungenutzten?
Auf dem Ticket ist ja nur ein Gesamtpreis angegeben, der (zumindest bei Sparpreisen) auch nichts mit der Entfernung zu tun hat..

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So im Detail kann ich Ihnen das auch nicht erläutern. Wenn Sie es genauer wissen möchten, bitte ich Sie einmal beim Servicecenter Fahrgastrechte anzurufen. /di