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Fahrzeit wurde nach Buchung geändert

Meine mit Zugbindung online gebuchte Fahrt (MUC-BER, 7.5., ICE 1504) hat laut Bahnauskunft eine neue Ankunftszeit: Statt 21.33 soll der ICE erst um 22.33 in Berlin ankommen. Da mir das eigentlich zu spät ist, stellen sich mir drei konkrete Fragen:

1) Kann ich das Ticket kostenfrei stornieren (wenn ja, wo?)

2) Ist durch den geänderten Fahrplan die Zugbindung automatisch aufgehoben oder muss ich mir das bestätigen lassen? (wenn ja: wo?)

3) Wenn ich die Fahrt antrete, steht mir dann eine Entschädigung aufgrund der angekündigten "Verspätung" von exakt 60 Minuten zu?

Ich freue mich über Feedback.

Bahnie
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kabo
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1) Ja
Entweder persönlich am Fahrkartenschalter oder Sie lassen die Fahrkarte ungenutzt verfallen und reichen Sie danach(!) zur Erstattung beim Servicecenter Fahrgastrechte ein. (Auf dem Fahrgastrechte-Formular das Feld "Ich habe die Reise wegen der Verspätung nicht angetreten" ankreuzen.)

2) Zugbindung ist aufgehoben. Eine Bestätigung ist nicht erforderlich, kann aber ganz hilfreich sein. Die wäre dann am Fahrkartenschalter / Reisezentrum / ServicePoint erhältlich.

3) Ja. Maßgelblich ist aber die tatsächliche Verspätung, nicht die angekündigte.

Volker
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zu 1:
Wenn Sparpreis gebucht über den Online Servive der Bahn in solch einem Falle kostenfrei stornierbar.

zu 2:
Insofern ist hier auch die Zugbindung automatisch aufgehoben, kann also auch so die nächste Verbindung danach oder zuvor genutzt werden. Sich die im Reisezentrum aufhben zu lassen kann nichts schaden, so das im Falle von Nutzung der Fahrgastrechte sich Ansprüche schneller bearbeiten lassen.

zu 3:
Ab 60 Min. tatsächlich späterer Ankunftszeit stehen dem Kunden 25% des Ticketpreises einfacher Strecke zu.

letztlich:
Lassen sich diese Antworten in den Konditionen der Fahrgastrechte so auch hier in unzähligen Antworten der Community schnell finden.

kabo
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Nachtrag zu 1):
Auf keinen Fall das Ticket selbst online stornieren. Dann fallen nämlich die Stornokosten an.
Eine kostenlose Stornierung geht vor der Fahrt nur am Fahrkartenschalter und nachträglich über das Servicecenter Fahrgastrechte.

Brody
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@kabo @Bahnie
Anmerkung zu 1.:
Zitat aus den Fahrgastrechten: "Bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von MEHR als 60 Minuten kann der Fahrgast von seiner Reise zurücktreten und sich den vollen Fahrpreis erstatten lassen [...]".
Demnach wäre die Antwort zu 1 eigentlich "Nein", da die erwartete Verspätung nicht MEHR als 60 Min. beträgt (sondern genau 60 Min.). Es käme also darauf an, wie pingelig die DB in diesem Fall ist ^^

Hallo Bahnie,

wie hier schon korrekt geantwortet wurde, wird Ihnen das Ticket komplett erstattet, wenn Sie die Reise wegen der geänderten Fahrzeit nicht antreten. Hierfür müssen Sie sich am oder nach dem Reisetag an das Servicecenter Fahrgastrechte wenden und dort die Entschädigung beantragen.
Da Sie aufgrund der geänderten Fahrzeit 60 Minuten später wie gebucht am Zielbahnhof ankommen, können Sie auch auf eine frühere Verbindung ausweichen, aber nur, wenn Sie dadurch auch eher am Zielbahnhof ankommen. Hierfür ist eine Bestätigung auf dem Ticket nicht zwingend notwendig, würde es aber, so wie kabo auch schrieb, empfehlen. Dann wissen die Kollegen im anderen Zug gleich Bescheid. 
Da es sich um eine geplante Fahrzeitverlängerung handelt, erhalten Sie dafür keine Entschädigung. Nur wenn sich der Zug nach der neuen Zeit verspätet, also statt 22.30 Uhr um 23.30 Uhr ankommen würde, könnten Sie eine Entschädigung über das Servicecenter Fahrgastrechte einfordern. /ni

kabo
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@DB/ni

Die geplante Verspätung ist in diesem Fall aber erst NACH der Fahrkartenbuchung geplant worden.
Die EU-Fahrgastrechteverordnung sieht in Artikel 17, Absatz 4 vor, dass kein Entspädigungsanspruch besteht, wenn der Kunde VOR dem Kauf der Fahrkarte über die geplante Verspätung informiert wird. Das ist hier ja nicht der Fall.

Auf eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass das Servicenter Fahrgastrechte in solchen Fällen wie der des Fragestellers die Verspätungsentschädigung auszahlt, da die Verspätung auf Basis des bei der Buchung gültigen Fahrplans - hier also Ankunft 21:33 - berechnet wird.

Hallo kabo,

danke für deinen Einwand. Nach meinen Infos wird es nur erstattet, wenn es nicht im Fahrplan hinterlegt ist. Da man vor der Fahrt diesen immer noch einmal prüfen sollte (steht so auf der Karte) ist es in dem Sinne keine Verspätung. Aber wenn es dir schon erstattet wurde, ist das gut und dann sollte es Bahnie auch auf jeden Fall versuchen, sofern diese Verbindung doch genutzt wird. /ni

Berliner65
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@DB/ni
Ich habe zwei Nachfragen zu Ihren Antworten.

Zitat1: "Da Sie aufgrund der geänderten Fahrzeit 60 Minuten später wie gebucht am Zielbahnhof ankommen, können Sie auch auf eine frühere Verbindung ausweichen, aber nur, wenn Sie dadurch auch eher am Zielbahnhof ankommen."

Frage1: Aus welcher Nummer der Beförderungsbestimmungen ergibt es sich, dass man nur dann auf eine frühere Verbindung ausweichen kann, wenn man dadurch auch früher ankommt? Ist es nicht vierlmehr so, dass durch die zu erwartende Verspätung von mehr als 20 Minuten am Zielort die Zugbindung automatisch aufgehoben ist UND dass der Reisende nunmehr frei wählen kann, welche Verbindung er nimmt (sofern er innerhalb der zeitlichen Gültigkeitsdauer seines Tickets bleibt)?

Zitat2: "Da man vor der Fahrt diesen immer noch einmal prüfen sollte (steht so auf der Karte) ist es in dem Sinne keine Verspätung."

Frage2: Gibt es nach Ihrer Ansicht für Reisende eine Pflicht zur Prüfung des tatsächlichen Vorhandenseins einer Fahrverbindung? Falls ja: wo finde ich diese Pflicht in den BB? Richtig scheint mir zu sein, dass ein Reisender zur Vermeidung von "Überraschungen" zwar im Eigeninteresse gut beraten ist, wenn er seine Verbindung vor Reiseantritt nochmals checkt - er gibt aber keine diesbezügliche Pflicht. Insbesondere verliert ein Reisender keine (Fahrgast-)Rechte, wenn er keine Verbindungsprüfung vor Reiseantritt durchführt.

Volker
Volker

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Frage 2 halte ich schon für sehr wichtig !

Nicht jeder ist in der Lage vor Fahrt die Verbindung noch einmal prüfen zu können,
da nicht jeder einen Computer, ein Smartphone oder auch nur einen DB Fahrkarten
Automaten, Info Point usw. in der Nähe hat.

Es gibt noch genug Fahrgäste die buchen in einem Reisebüro bei ohnehin oft recht
hohen Aufschlag, und die Reisebüros werden auch nicht unbedingterfreut sein wenn
der Kunde stetig vor Fahrt boch mal erscheint soweit das zeitlich überheupt nötig ist.

Und ist der Fahrgast erst einmal unterwegs im Urlaub ect., möglichst noch weit hinter
der Grenze trifft das selbst für fast alle zu, zumindest dann wenn keine Möglichkeit
besteht irgend ein Mittel zur vorherigen Überprüfung wahrnehmen zu können.

Insofern kann ein Fahrgast kaum verpflichtet sein die Fahrten kurzfristig noch einmal
zu überprüfen .. und es so letztlich bei einer recht sinnvollen Empfehlung verbleibt.

Hallo Berliner65,

zu 1.: Leider kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, wie meine Kollegin /ni auf die 60 Minuten kommt. :-( Bei einer zu erwartenden Verspätung von mindestens 20 Minuten am Zielort kann der Fahrgast bei nächster Gelegenheit die Fahrt auf der gleichen Strecke oder über eine andere Strecke fortsetzen oder die Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt fortsetzen, wenn dadurch die Ankunftsverspätung am Zielbahnhof reduziert werden kann.

Zu 2.: Eine Pflicht gibt es nicht, dennoch wird unter anderem auf http://www.bahn.de, darauf hingewiesen, dass die Zeiten alle ohne Gewähr sind und sich somit jederzeit ändern können. Daher ist es immer zu empfehlen, die Verbindung vor der Fahrt noch einmal zu checken.

Viele Grüße /an