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Warum halten ICEs der Linie 28 einzig zwischen Berlin und Leipzig auch weiterhin taktmäßig in Kleinstädten?

Hallo,
nach Vollendung und Inbetriebnahme aller VDE8-Projekte zum Dezember 2017 wird die ICE-Linie 28 auf weiten Teilen zu einer quasi "echten" Express-Linie. Bislang fahren die Züge teilweise noch über langsamere Strecken und haben für einen ICE relativ viele Zwischenhalte (für die teilweise wieder dort fahrenden IC-Züge ist das durchaus so passend).
Ab Dezember 2017 sollen zwischen Leipzig/Halle und Berlin die Halte in Lu.Wittenberg und Bitterfeld weiterhin jeweils mind. zweistündlich bedient werden. Damit ist dieser Streckenabschnitt der VDE8.3 der einzig verbleibende, auf dem weiterhin eine Kleinst-Stadt wie Bitterfeld bzw. eine Kleinstadt wie Lu.Wittenberg im regelmäßigen Taktverkehr bedient werden (in beiden Städten übrigens negative Bevölkerungsentwicklung).
Zum Vergleich: Zwischen Hamburg und Berlin halten ICE nur zur HVZ bzw. in Tagesrandlagen in Wittenberge und/oder Ludwigslust (die regelmäßigen Halte übernehmen dort ja die EC-Züge). Zwischen Leipzig/Halle und Nürnberg existiert künftig, bedingt durch die Streckenführung, einzig Erfurt Hbf als regelmäßiger Halt. Zwischen Nürnberg und München wird bei der Route über Ingolstadt auch nur dort gehalten und bei der Route über Augsburg ebenfalls nur zur HVZ bzw. in Tagesrandlage in Donauwörth und/oder Treuchtlingen.
Die regelmäßigen Zwischenhalte im Streckenabschnitt Berlin - Leipzig/Halle stören das ganze Konzept der "neuen" schnellen Linie ein wenig. Ich fahre diese Strecke seit vielen Jahren sehr häufig, ohne jemals in Bitterfeld oder Lu.Wittenberg ein nennenswertes, dem Premiumprodukt ICE gerecht werdendes Fahrgastaufkommen - darunter verstehe ich mind. 30 Reisende - beobachtet zu haben. Angesichts der in beiden Städten negativen Bevölkerungsentwicklung verwundert es, zumal bei Kenntnis des sonst in Deutschland weit verbreiteten Rückzugs von DB-Fernverkehrsangeboten aus Klein- und Mittel-, ja sogar Großstädten (z. B. Trier), doch sehr stark, dass weiterhin so konsequent an diesen Zwischenhalten festgehalten wird. Eine den Streckenabschnitten Hamburg - Berlin und Nürnberg - Augsburg analoge Bedienung beider Halte nur zur HVZ und in Tagesrandlage wäre doch eine gute Lösung!

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Nein, beim besten Willen, mein Anliegen vom 31.05.2016 war ein völlig anderes, was mit dieser Frage inhaltlich rein gar nichts zu tun hat. Damals erfragte ich, OB (nicht WARUM) die beiden Zwischenhalte weiterhin bedient werden, da sie die Fahrzeit zwischen Leipzig/Halle und Berlin meines Erachtens nach unnötig verlängern.
Mein Anliegen hier hingegen stellt das insgesamt nicht schlüssige Konzept der Linie in Frage. Nun, da ich weiß, DASS die beiden Halte weiter bedient werden, frage ich WARUM dieses so praktiziert wird. (Großschreibung hier bitte lediglich als Hervorhebung verstehen.)

Hallo kevinschmidt, dazu habe ich ad hoc keine Antwort. Ich frage einmal beim Fachbereich nach und melde mich dann, wenn eine Antwort vorliegt. /no

Hallo kevinschmidt ,

heute haben wir die Antwort vom Fachbereich erhalten, die ich gerne weiterleite.

Mit der kundenwirksamen Inbetriebnahme der Neubaustrecke Erfurt—Ebensfeld steht das größte Eisenbahn-Infrastrukturprojekt dieses Jahrzehnts kurz vor seinem Abschluss. Durch deutlich verkürzte Reisezeiten von bis zu knapp zwei Stunden auf der Nord-Süd-Achse werden sich in der östlichen Hälfte Deutschlands die Fahrgastströme stark verändern. Für die DB bestand die Herausforderung der letzten Jahre folglich darin, die Fahrpläne im Nah- und Fernverkehr so abzustimmen, dass möglichst viele Bahnkunden von der neuen Infrastruktur profitieren. Bei der Fahrplangestaltung hatten wir neben den wirtschaftlichen Gegebenheiten auch sehr unterschiedliche, zum Teil widersprüchliche regionale Interessen aus Öffentlichkeit, Wirtschaft und Politik gegeneinander abzuwägen.
Mit dem derzeit geplanten Fahrplankonzept schaffen wir unseres Erachtens wettbewerbsfähige Reisezeiten zwischen den Metropolen durch die sogenannten Sprinterzüge (diese halten nicht in Lutherstadt Wittenberg und Bitterfeld), wir bedienen ausgewogen die beiden Streckenäste Halle und Leipzig, wir tragen die Reisezeitverkürzungen mit guten Anschlüssen für den Nahverkehr in die Regionen abseits der Metropolen und schaffen auch Direktverbindungen mittelgroßer Städte wie Coburg, Erlangen, Jena, Bitterfeld, Lutherstadt Wittenberg, Donauwörth. /tr