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Gilt eine my Bahncard 25 auch in den Zügen der Länderbahn (also Alex etc.) und der Regiobahn?

Mich würde interessieren, ob man mit einer my Bahncard 25 auf das Bayernticket oder das Servusticket (sind doch meines Wissens nach Sparpreise, oder?) 25% Preisermäßigung bekommt. wenn nicht verstehe ich nicht wie das Konzept mit der my Bahncard funktioniert.

SosoMo
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Leo
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Länder-Tickets sind nach DB-Sprachregelung keine Sparpreise (da gelten die Fahrgastrechte und es gibt Bahncard-Rabatt), sondern (angeblich erheblich ermäßigte) Sonderangebote (da gelten die Fahrgastrechte nicht, und es gibt auch keinen Bahncard-Rabatt).
Hier die offiziellen Konditionen:
https://www.bahn.de/p/view/bahncard/ueberblick/bahncard25...

In sehr vielen Verkehrsverbünden gilt die Bahncard ÜBERHAUPT nicht (z.B. beide AVV, MVV, VVS, VRR, VRS, …) oder nur mit Einschränkungen (z.B. RMV, VBB). Daher unbedingt vor dem Kauf über regionalen Besonderheiten und Alternativen informiere:
http://www.laenderbahn.com/alex/tickets/preise/ , regionale Sonderangebote anklicken

Eine Bahncard25 lohnt sich schon bei gelegentlichen Fahrten im Fernverkehr, eine Bahncard50 sehr oft nicht, da viele Verkehrsverbünde wenn überhaupt dann nur 25% auch auf eine Bahncard50 geben - auch flächendeckend in ganzen Ländern wie Schleswig-Holstein oder Brandenburg ist dies oft der Fall.
Auch wenn der Fahrpreis zum Flex- (früher Normal-) Preis kaum billiger als ein "Sonderangebot" ist, gelten hier die Fahrgastrechte – beim "Sonderangebot" aber nicht… Allein deswegen kann sich auf kurzen Strecken schon eine Bahncard lohnen.

Einführende Darstellung und Links siehe auch hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Bahncard

Hallo Leo, danke erst einmal für die ausführliche Schilderung. Soweit ist alles richtig, bis auf die Infos zu den Fahrgastrechten, zumal die Fahrgastrechte ja mit der Frage auch nichts zu tun haben.
Die Fahrgastrechte gelten zum Beispiel auch bei Länder-Ticket, aber hier gibt es etwas andere Regelungen, das stimmt. Ansonsten passt das aber alles. :) /no

Leo
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Wer mit einem "Sonderangebot" irgendwo einen Anschluß verpaßt, darf KEINEN höherwertigen Zug benutzen – es sei denn er fährt bewußt dermaßen spät, dass ihm die Bahn sonst ein Hotel oder Taxi zahlen müßte!

Als prägnantes Beispiel zum Thema schildere ich meine letzte Fahrt mit meinem letzten Schönen-Wochenend-Ticket vor vielen Jahren (Preis heute 40€ für EINE einzige Person Stuttgart-Holzkirchen einfach, statt Nahverkehrs-Flexpreis mit Bahncard25 36,45 € also gar nicht ermäßigt, erst recht nicht erheblich):

1. Anschluß in Ulm verpaßt – eine Stunde Warten auf den nächsten Regionalzug.
2. Der Anschlußzug in Augsburg fuhr 80% der potentiellen Reisenden und damit mir auch vor der Nase überpünktlich davon und konnte keine 2 bis 3 Minuten warten – wieder eine Stunde warten auf den nächsten Regionalzug.
(Da hätte ich wohl besser auf die 2 kurzen Straßenbahnfahrten in Stuttgart verzichtet und wäre zu Fuß gegangen und mit einem Flexpreis gereist!)

Hätte ich nach dem Anschlußverlust die schnellstmögliche Verbindung ab Ulm genommen, so müßte ich nach heutigen Preisen 29,25€ für den ICE Ulm-München draufzahlen. Mit einem Flexpreis-Ticket müßte man zwar auch erst mal einen Produktübergang zu 10,80€ kaufen, könnte die Kosten aber zurückfordern. Mit dem angeblich erheblich ermäßigten Schönen-Wochenend-Ticket wäre ich dagegen auf den Kosten sitzen geblieben!
Bei Ankunft mit dem teuer zugezahlten ICE mit unter 1h Verspätung gegenüber der ursprünglichen Nahverkehrs-Verbindung hätte ich keinerlei Erstattung aus den Fahrgastrechten erhalten; bei Verspätung um mehr als 1h immerhin theoretisch sagenhafte 1,50€ Erstattung, die praktisch aber erst dann ausgezahlt worden wären, wenn ich noch weitere 2,50€ Erstattung gelten machen könnte:
http://www.fahrgastrechte.info/Die-neuen-Fahrgastrechte-i...
Fazit: Die Bahn baut Mist – der Kunde ist in diesem Beispiel bis zu 29,25€ ärmer.

Das war dann nach dieser lehrreichen Erfahrung auch mein letztes Schönes-Wochenend-Ticket – die nur gut 250km lassen sich da doch vorteilhafter mit dem Auto zurücklegen….

Wer kein Auto hat und sich solche Erlebnisse ersparen will, fährt evtl. doch mit einem dank Bahncard25 um 25% ermäßigten Flex- oder Sparpreis günstiger als mit scheinbar günstigen "Sonderangeboten": Bei Flexpreis-Fahrkarten für den Nahverkehr muß man zwar zunächst den Produktübergang kaufen, kann ihn sich aber erstatten lassen; bei Sparpreisen ist die Zugbindung automatisch aufgehoben und wie auch bei IC-Flexpreisen kann statt eines gebuchten IC einfach der nächste ICE bestiegen werden.

Allein um sich sich solche Erlebnisse zu ersparen, kann sich die Anschaffung einer Bahncard25 und dann Meiden der "Sonderangebote" schon lohnen, die scheinbar günstiger sind als der Flexpreis ohne Bahncard!

Wer mit einem "Sonderangebot" Vabanque spielt und die allerletzte Nahverkehrsverbindung des Tages wählt, hat deutlich bessere Karten: Er hat nämlich dann lt. Fahrgastrechten immer noch Anspruch auf ein Taxi oder ein Hotel! Aber bevor es so teuer für die DB wird, darf man doch plötzlich kulanterweise den nächsten ICE nehmen… So werden Umsichtige bestraft, die reichlich Zeitpuffer einplanen, den sie dann unkulanterweise eben einbringen müssen…

Ich hoffe, ich habe die etwas anderen Regelungen bei den Fahrgastrechte hiermit anschaulich genug verdeutlichen können ;-)

Ja, das war doch sehr deutlich. ;) Ich wollte nur nicht so weit ausholen, da es ja mit der eigentlichen Frage nicht wirklich zusammen hängt und ich wollte SosoMo nicht mit den Regelungen über die Fahrgastrechte verwirren. Für die Nutzung der BahnCard selbst sind die Infos ja nicht direkt wichtig. Aber danke für die ausführliche Ergänzung. :) /no