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Warum setzt die DB noch DBuza-Wagen (DDR-Doppelstock) ein?

Bis heute werden noch DBuz(a)-Doppelstockwagen der ehemaligen DDR-Reichsbahn (Baujahre ungefähr 1985-1993) ohne Klimaanlage durch die DB eingesetzt, zum Beispiel in den Umgebungen Berlin und Freiburg. Dabei hat die DB erst vor kurzer Zeit eine zweistellige Anzahl von wesentlich komfortableren DBz750.0-Wagen aus 1993/1994 nach Hamm und Mukran überführt. Die Fahrzeuge wären frei im Netz einsetzbar. Warum überführt die DB jüngere und komfortablere Wagen in die Abstellungen, aber weiterhin noch viel ältere und unkomfortablere Fahrzeuge nutzt?

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Hallo ES64U2,

der Fachbereich hat uns nun noch einmal geantwortet. Bei den Dosto der BA 750 handelt es sich um Fahrzeuge des Herstellers DWA Görlitz, die ausschließlich in Bayern eingesetzt werden und mit der restlichen Wagenflotte von DB Regio nur eingeschränkt kompatibel sind. Hinzu kommt, dass nur ein kleiner Teil des Bestandes abgestellt wurde. /tr

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Elmaran
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Wenn sie nach Hamm ud Mukran überführt worden sind, sind sie in den Bereich jeweiliger DB Regio überführt worden um auch dort eingesetzt zu werden .. in diesem Sinne sind die alten Baureihen in anderen Regios eben erst später an der Reihe auch neue zu bekommen.

Weitere Möglichkeit wäre dann noch, wenn z. B. bestimmte Strecken bereits schon für in naher Zukunft an nicht bundeseigene Bahnen vergeben sein sollten .. und die Verträge der DB Regio oder in wenigen Jahren auslaufen ... wird die DB ganz sicher nicht für eine kurze Zeit von max wenigen Jahren extra noch neue Wagen bestellen., da solche Züge ja im Grunde dann für komplette Laufzeit ihrer Verträge mit den Landesvrkehrsgesellschaften benötigt werden ..
so auch in den Kosten entsprechen kalkuliert sind.

Was Freiburg betrifft, könnte es möglich sein das es etwaig auch mit Stuttgarter Nahverkehrsnetz ( außer der S-Bahn) für die DB auf Grund eines Formfehlers bei der Ausschreibung letztes Jahr verloren ging. Dann könnte es möglich sein das Ende dieses oder nächsten Jahres einer von beiden Betreibern " Go-Ahead oder Abellio " unterwegs ist.

Bitte auch bedenken das die Einnahmen aus Ticket Verkauf im Nahverkehr nur etwa bei 26% oder so ausmachen. Nach Zahlen von 2015 = 35 Milliarden für gesamten NAhverkehr inkl. Busse, Tramm, Ubahn ect. und nur 9 Milliarden davon wurden durch Tickets inklusive Einnahmen aus Pachtverträgen für den ÖPNV generiert, Somit fährt ein jeder im ÖPNV
bereits um mindestens 70% aus Steuern subventioniert.

Da nun schon einmal dabei ...

Ein Nahverkehrsticket Hannover - Berlin was normal gut 50,- kostet müßte so schon normal etwa 168,- € kosten um die Kosten im ÖPNV zu 100% zu decken. - Im Vergleich ein ICE Ticket Flex schafft das für 70,- €. Hängt freilich alles mit der Auslastung zusammen.

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Vielen Dank für die Antwort.
Natürlich können im ÖPNV keine Luxuswagen eingesetzt werden. Richtig ist auch, dass ein EVU die nächste Ausschreibung gewinnen muss, um Neufahrzeuge beschaffen zu können.
Hamm und Mukran sind aber keine Regio-Standorte, sondern die Gelände des DB-Stillstandsmanagements. Deshalb auch meine Frage, wäre es nicht sinnvoller, komfortablere und modernere ähnliche Fahrzeuge einzusetzen und dafür lieber die DBuz(a) abzustellen?

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Hallo ES64U2,

ich kann Ihnen leider nicht ad hoc sagen, warum so gehandelt wird. Ich erkundige mich beim Fachbereich und melde mich dann wieder, wenn mir eine Rückmeldung vorliegt. /di

Elmaran
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Es mag jedoch möglich sein das eine EVU schon die Ausschreibung gewonnen hat,
doch das zeigt sich bisweilen erst nach bis zu 3 Jahren .. das EVU was jedoch bis
dahin den Auftrag hat wird jedoch nicht zuvor neues Wagenmaterial einsetzen.
Zudem das eingesetzte Wagenmaterial ebenso ein gültiger Vertragsbestandteil ist.

Im Grunde sind sogar die Landesnahverkehrsgesellschaften die Besteller des Zugmaterials,
vermieten diese dann an die EVU .. mag natürlich sein das eine EVU in ihren Angeboten auch
darauf bis zu gewissen Grad Einfluß nehmen kann .. was dann jedoch bedeutete das das neue Zugmaterial auch erst nach Zuschlag an eine EVU auch erst bei einem Hersteller in Auftrag gegeben werden kann .. da zwischen Zuschlag und Übernahme von Strecken durch eine EVU bis zu drei Jahren liegen.

Die guten alten Bundesbahnzeiten sind lange vorbei wo die DB schlichtweg auch ein
bißchen Bundesweite jonglieren konnte, doch auch da wurde das Wagnmaterial
in der Regel solange eingesetzt bis es im Sinne der Kosten unwirtschaftlich wurde.

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@DB: Vielen Dank für die Bemühungen, ich bin gespannt.
Elmaran: Richtig, das ist aber nicht die Antwort. Meine Frage war, warum DBz750 abgestellt werden, die DBuz(a) aber als ältere Wagen weiterhin fahren.
Außerdem stimmt es nicht immer, dass die Bestellerorganisationen der Bundesländer selber die Fahrzeuge beschaffen und sie dann an die EVU zum Betrieb übergeben. Meist gibt es ein Lastenheft, das bestimmte Mindestleistungen vorsieht, EVU bewerben sich dann mit einem Fahrzeugtyp.
Ich sehe im Übrigen die Bahnreform in der Weise auch eher kritisch, aber das sollte hier nicht Diskussionsthema sein.

kabo
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Vermutung für den Grund:
Zu den DBz750-Doppelstockwagen gibt es zu wenig passende Steuerwagen. Die DBz750 sind ja die ersten West-Doppelstockwagen gewesen und die hat man zuerst ohne Steuerwagen eingesetzt und dementsprechend auch keine Steuerwagen mit-bestellt.
Zu den DBuz(a)-Doppelstockwagen (Ost-Modell) gibt es dagegen reichlich Steuerwagen, welche aber nicht uneingeschränkt mit den West-Mittelwagen kompatibel sind.
Will man also Wendezüge fahren, ist man auf das Ost-Modell angewiesen, während das West-Modell zwar komfortabler ist, aber mangels verfügbarer passender Steuerwagen nicht als Wendezug eingesetzt werden kann. Und für Nicht-Wendezüge ist der Bedarf momentan nicht so hoch.

ES64U2
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Vielen Dank für die Antwort, ich freue mich, dass die Frage viele interessiert.
Über die Steuerwagen habe ich auch schon einmal überlegt. Meines Wissens sind die DABbuzfa778 nur mit DR-Doppelstockwagen kompatibel, die DABbuzfa760 können aber mit allen Doppelstockwagen fahren (selber gesehen), wenn die Fahrzeuge mit einer Lok der Baureihe 112/114/143 gekuppelt wurden.
Seit dem Fahrplanwechsel fahren im Höllental von Freiburg aus nur noch Loks der Baureihen 111 und 146, die bisherigen nur noch bei Abweichungen von Fahr- und Umlaufplan. Damit dürften nur noch DBpbzfa-Bauarten als Steuerwagen genutzt werden können.
Vielleicht könnte es an dem fehlenden "a" liegen und es müsste immer ein Zugbegleiter mit betrieblicher Ausbildung die Abfertigung des Zuges übernehmen.

Elmaran
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Ich gehe da eher von aus das das es in den Bereichen angesiedelt ist die ich erwähnt habe.
Es wird nicht mal so einfach mal Wagengarnituren usw. ausgetauscht, auch wenn sie vorhanden sein mögen.

Mich wundert es viel eher das alte DDR Wagen im Südwesten überhaupt unterwegs sein sollen, hier weiter im Norden Nahe der Grenzen wo es überhaupt nachvollziehbar wäre wurden habe solche nie gesichet. Selbst Stuttgart - SRottweil - Singen hab ich sowas altes an Doppelstock nicht gesichtet.

Wie ich da unten war konnte ich solche nicht sehen. Allenfalls Taigatrommel oder Ludmilla von ex DDR auf der schwäbischen Eisenbahn Ulm - Frierichshafen - Lindau als kräftige Diesellok vor Güterzügen gespannt.

kabo
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Warum der Südwesten plötzlich mit Ost-Doppelstockwagen "geflutet" wurde, hat eine politische Dimension. Nachdem dem das grüne Verkehrsministerium einsehen musste, dass der Kampf gegen Stuttgart21 aus grüner Sicht erfolglos enden wird, hat man sich ein neues Ziel gesetzt: Die Verbannung von n-Wagen (modernisierten Silberlingen). In BaWü waren noch überproportional viele Regionalzüge mit diesen doch recht alten Wagen bestückt, was man im Verkehrsministerium misbilligte. Also hat dieses mit der DB vereinbart, die n-Wagen aus BaWü zu verbannen und dieses als politischen Erfolg und Verbesserung für den Fahrgast verkauft. Die n-Wagen waren aber trotz des Alters gut gepflegt, hatten gepolsterte Sitze und Fenster zum öffnen. Als Ersatz für die n-Waren wurden reihenweise Ost-DBuz(a) herangeschafft, welche zwar jünger sind, dafür aber komfort-ärmer und in schlechtem Pflegezustand. Und jetzt ist man im Verkehrsministerium ganz irritiert, weil sich die Fahrgäste gar nicht über die Abstellung der n-Wagen freuen ...

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Die meisten Bestellerorganisationen akzeptieren moderneres Wagenmaterial, das aber auch alle bisherigen Lasten erfüllt, sehr gerne.
Google zeigt viele Bilder von DBuza im Süden, wenn "Höllentalbahn" gesucht wird.
Taigatrommeln fahren (leider) nicht mehr planmäßig in Deutschland, im Gegensatz zu den auch kräftigen 232/233er Ludmillen.

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Das zeigt die grüne Kompetenz, wenn es um Verkehr geht...
Mir gefallen die Bn(rdz)(f) auch viel besser. Sie sind bequemer als alle anderen modernen Wagen im ÖPNV.
Zum Glück fahren einige Garnituren noch in der Stuttgarter Region. Wenn dann ein neues EVU übernimmt, gehen die letzten Rotlinge auch nach Mukran, dahin würden normalerweise eher alle restlichen DBuza gehören.

Sparflieger
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Auch ich würde einen n-Wagen jederzeit einem Doppeldecker vorziehen, man denke da mal an die Beinfreiheit.

Nach meiner Erinnerung gab es im Eisenbahn Magazin eine Meldung, dass gerade nach BaWü Doppeldecker aus Niedersachsen nach den dort verlorenen Ausschreibungen verlegt werden sollten. Dort waren die DR Doppeldecker aber nicht im Einsatz

DB
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Wir haben folgende Rückmeldung aus dem Fachbereich erhalten:

Ende 2015/Anfang 2016 wurde seitens des Landes Ba-Wü (Aufgabenträger des SPNV) für annähernd alle Verkehre des bisherigen "großen Verkehrsvertrages Land Ba-Wü" von DB Regio ein Wettbewerbsverfahren gestartet und auch durchgezogen. DB Regio hat in 2016 alle Übergangsverträge des Landes Ba-Wü gewonnen und diese haben eine unterschiedlich lange "Laufzeit" (von 3 Monaten bis 2,5 Jahren).

Natürlich hatte der Aufgabenträger ein großes Interesse am schnellstmöglichen Ersatz der annähernd 250 ehemaligen "Silberlinge" ("Flachwagen", diese sind ja zwischenzeitlich rot lackiert) im Land Baden-Württemberg.

Im Rahmen dieser riesigen Ausschreibung (mehr als 9 Lose) bestand ein ganz großer Bedarf an Doppelstockwagen, wir haben alles versucht, diese wunschgemäß anzubieten. Die Übergangsverträge laufen seit 01.10.2016, insofern blieb nicht all zu viel Zeit, um annähernd 200 frei verfügbare Doppelstockwagen (aus der ganzen BRD) zusammen zu suchen.

Warum nun der DBuz auch nochmals im Umkreis von Freiburg zum Einsatz kommt hat mehrere Gründe:

1) Unsere Werkstatt in Freiburg kennt den DBuz (wir sind seit mehreren Jahren mit dem Fahrzeug instandhaltungstechnisch gut vertraut und haben das Fahrzeug im Griff).
2) Der Einsatz der DBuz im Höllental hat den Vorteil, dass das Fahrzeug auf einer Strecke mit max. Höchstgeschwindigkeit von nur 100 km/h zum Einsatz kommt. Ein wesentlicher Nachteil der DBuz ist nämlich seine baureihenbedingte Höchstgeschwindigkeit von nur 120 km/h. Mit den Wagen können sie nicht auf der Rheintalbahn (Basel  - Offenburg) ins Rennen gehen!!!!
3) Der DBuz hat aber auch noch einen weiteren Vorteil, der gerne unterschlagen wird. Einige unserer DBuz (2. Klasse-Mittelwagen) haben im Unterdeck zwei Mehrzweckräume. Das ist in den Wintermonaten (Feldberg-Skigebiet) und in den Sommermonaten (Schluchsee und Schwarzwald mit Wanderern und Radlern) ein riesiger Vorteil.

Last but not least: Wir sollten nicht vergessen, dass der Einsatz der DBuz (auch im Höllental) zeitlich begrenzt ist. Diese Angebotslinie wurde im Rahmen einer europaweiten Ausschreibung von DB Regio mit Neufahrzeugen gewonnen. In naher Zukunft (> 2 Jahre) werden dort moderne Elektro - Triebwagen zum Einsatz kommen.
/ki

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Vielen Dank für ausführliche Rückmeldung.
Was halt das betrübliche ist, ist die Wahrnehmung des Aufgabenträgers. Der wollte die n-Wagen unbedingt loswerden und glaubte - warum auch immer - den Reisenden damit einen Gefallen zu tun.
Dass die als Ersatz bestellten DBuz(a) aus Fahrgastsicht ein Rückschritt gegenüber gut gepflegten n-Wagen darstellen könnten (unbequemere Sitze, geringerer Sitzabstand, keine vernünftigen Fenster zum Öffnen) - das ist dem Aufgabenträger gar nicht in den Sinn gekommen.

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Vielen Dank für die Beantwortung.
Meine Frage ist damit fast beantwortet, aber nur fast... Warum werden ältere DBuz aus dem übrigen Deutschland zusammengezogen, wenn modernere DBpza dabei abgestellt werden. Die haben sogar eine höhere Höchstgeschwindigkeit. Hängt es vielleicht an den fehlenden Fristen oder den Hocheinstiegen? DBpza haben im Vorraum auch Abstellflächen.
Dennoch vielen Dank für die Antwort.

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kleine Anmerkung: Mir persönlich gefallen n-Wagen ("Silberlinge", "Rotlinge") auch besser. Die DBuz(a) sind meiner Meinung nach die unbequemsten DB Regio-Wagen.

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Ich werde dann noch einmal auf Recherche-Reise gehen. /ki

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Vielen Dank für Ihre Bemühungen.

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Hallo ES64U2,

der Fachbereich hat uns nun noch einmal geantwortet. Bei den Dosto der BA 750 handelt es sich um Fahrzeuge des Herstellers DWA Görlitz, die ausschließlich in Bayern eingesetzt werden und mit der restlichen Wagenflotte von DB Regio nur eingeschränkt kompatibel sind. Hinzu kommt, dass nur ein kleiner Teil des Bestandes abgestellt wurde. /tr

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Vielen Dank.