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Wie lange noch lässt die Bahn Geschäftskunden mit Kindern im Stich?

Jahrzehntelang hat es die familienfeindliche Politik der Bundesrepublik in weiten Teilen vollbracht, das Aufziehen von Kindern zum zeitintensiven Hobby zu machen, das sich nur noch Abgehängte (die genug Zeit haben) und Reiche (die es an Ehegattinnen und Zugehfrauen delegieren) leisten können.

Derweil leben 2,2 Mio. Kinder in Deutschland mit nur einem Elternteil im Haushalt. Ähnlich viele Kinder haben Eltern, die beide in Vollzeit tätig sind. Die eine oder andere Familie schafft es also tatsächlich, Beruf und Kinder zu vereinbaren, und das trotz nach wie vor widrigen Bedingungen auch hinsichtlich der Betreuung. Meist bleibt es dann aber beim Einzelkind – wem wäre es zu verdenken.

Vereinzelt soll es noch Omas geben, die sich um ihre Enkel nicht nur zweimal im Jahr kümmern. Die übrigen Millionen Familien sind darauf angewiesen, dass einem der Arbeitgeber entgegenkommt, sei es durch Arbeit aus dem Homeoffice oder mithilfe einer Betriebskita. Insbesondere für diejenigen, die das Glück nicht haben, bedeutet es aber ein tägliches und wöchentliches Jonglieren mit beruflichen und privaten Terminen. Insbesondere bei Geschäftsreisen ist das Kind schlichtweg auch mal mit dabei.

Nur die Bahn scheint das noch nicht gemerkt zu haben, und schließt die Mitnahme eigener (Schul)kinder bei Geschäftsreisen de facto aus. Erwachsene – ob Herrn Hinz oder Frau Kunz – kann man problemlos mitnehmen, aber Business und Kinder haben nichts miteinander zu tun, so die Bahn.
Um die BahnCard Business sollte man als arbeitender Familienmensch einen weiten Bogen machen, und über das Geschäftskundenportal kann einem der Arbeitgeber die Kinder grundsätzlich nicht mit einbuchen. Wer Kinder mitnehmen muss, soll das Ticket also aus eigener Tasche zahlen. Man komme mir nicht mit den lächerlichen 3, 4% Geschäftskundenrabatt, auf den unsereins gerne verzichten würde. Die einzig funktionierende Alternative heißt: Firmenwagen.

Wie lange dauert es noch, bis die Bahn (oder ihr Eigentümer: der Staat), diesen familienfeindlichen und auch volkswirtschaftlich absurden Irrsinn bemerkt und gegensteuert?

BOS
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kabo
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Ich sehe das Problem nicht:
Sie können auch mit einer Business-Bahncard ganz normal Fahrkarten mit Kindermitnahme buchen - nur halt nicht über das Firmenkundenportal.
Legen Sie sich einen privaten Account auf bahn.de zu und Sie können ganz normal Fahrkarten mit Bahncardrabatt kaufen, auch mit Kindern. Wenn Sie eine Business-Bahncard 25 haben, geben Sie an, dass Sie eine BC25 haben. Wenn Sie eine Business-Bahncard 50 haben, geben Sie an, dass Sie eine BC50 haben. Sie bekommen dann den entsprechenden Rabatt der Bahncard. Der zusätzliche Geschäftskundenrabatt von 3, 4 oder 5% entfällt allerdings, denn der ist nicht mit der Familienkinder-regelung kombinierbar. Bei der Zahlung gegen Sie dann die Daten der Firmenkreditkarte an.
Falls die Reiserichtlinien in Ihrer Firma es nicht erlauben, Reisen über einen privaten Account zu buchen (oder der Arbeitgeber Ihnen keine Firmenkreditkarte geben will), dann sollten Sie das mit Ihrem Arbeitgeber besprechen.

BOS
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kabo schrieb sinngemäß:
>>Mach ma locker, das geht doch alles, "nur halt nicht über das Firmenkundenportal..."<<

Ehm ja. Genau das ist aber das Problem. Wenn Geschäftsreisen nun mal grundsätzlich über das Geschäftskundenportal abgewickelt werden, weil das Geschäftskundenportal genau dafür eingerichtet wurde, die Buchungen zentral zu bündeln, was dann? Dass ich mir auch auf eigene Kosten ein Ticket kaufen kann, ist ja nun nichts Neues, aber auch nicht Sinn der Sache.

Volker
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Nuja,
Geschäftsreisen werden in der Regel wohl meist ohne Kinder gefahren, daher wurde möglicher weise auch nicht an diverse Einzelfälle gedacht wo er eine oder andere doch mal eines seiner Kinder mitnimmt. Oder jene Konditionen werden bewußt zwischen Geschäfts und Privatreise unterschieden.

Könnte man im Grunde jedoch auch vernachlässigen, da zumindest ich davon ausgehen würde das Geschäftsreisende in der Regel meist ohnehin besser verdienende sind denen solch eine Sozialität dann eben bewußt über das Firmenkundenportal nicht eingeräumt wird. Insofern würde ich dann nicht einmal eine Benachteiligung feststellen können.

Im Grunde werden so ja nur lediglich den Firmen selbst keine kostenlose
Kindermitnahme gewährt, was dann so ja der große Unterschied wäre.

kabo
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Ein ganz simpler Grund dürfte darin liegen, dass Reisen, die über das Firmenkundenportal gebucht werden, im Regelfall von der Firma als Betriebsausgaben beim Finanzamt geltend gemacht werden.
Reisen, auf denen Kinder mitgenommen werden, werden vom Finanzamt erfahrungsgemäß nicht (oder nur nach längerer Diskussion) als "dienstlich veranlasst" akzeptiert.