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Wieso steht in Zügen der DB (auch in Regios) alles auf deutsch, englisch, französisch und Italienisch?

Mir ist aufgefallen, dass selbst in RB/RE Zügen alle Hinweise, z.B. Zur Toilettenspülung, Notbremse etc. zusätzlich zu Deutsch, Englisch und Französisch auch auf Italienisch stehen, auch wenn diese Züge nie nach Italien verkehren werden. Züge die nach NL verkehren jedoch keine Hinweise auf Niederländisch haben. Welcher Sinn steckt dahinter?

MuellerAB
MuellerAB

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Antworten

Die Logik höre ich zum ersten Mal. Der Sinn dessen das dort mehrere Sprachen stehen ist ja nicht das der Zug theoretisch in dieses Land fahren könnte, was ja schon aufgrund der unterschiedlichen Stromsysteme nicht so ohne weiteres funktioniert, sondern das Menschen nur diese Sprache sprechen und das auch lesen sollen/können.

ThomasDenkel
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Es geht um Touristen aber auch um Gastarbeiter, Immigranten, Soldaten (bei uns in D aus geschichtlichem Hintergrund hauptsächlich aus Frankreich, GB, USA - im Gebiet der neuen Bundesländer auch Russland, dort waren zu DDR-Zeiten die Anschriften auch auf russisch üblich) die aus diesen Ländern bei uns sind. Sie finden auch in Italien oder Frankreich Züge, wo diese Anschriften auf deutsch zu lesen sind. Das war früher mal internationaler Standard und wird teilweise bis heute so beibehalten, auch wenn immer häufiger neben der jeweiligen Landessprache nur noch Englisch auftaucht. Bei Niederländern ist davon auszugehen, daß sie diese Hinweise auch auf deutsch, französisch oder englisch verstehen, während umgekehrt kaum jemand außerhalb der NL und Belgien niederländisch verstehen wird. Das wäre meine Erklärung dazu.

Hallo MuellerAB, wie ds1603 schon schrieb, sind dort nicht die Sprachen hinterlegt, in den ein Zug fährt, sondern es sind die gängigsten Sprachen dort ersichtlich. /an

kabo
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Das liegt am "Regolamento Internazionale delle Carrozze (RIC)" (https://de.wikipedia.org/wiki/Regolamento_Internazionale_...).
Man erkennt schon am Titel dieser Übereinkunft, dass Italienisch früher im Eisenbahnwesen eine größere Rolle gespielt hat. Schon vor dem 2. Weltkrieg waren Beschriftungen in Wagen meines Wissens auch in Italienisch angebracht.
Leider sind die RIC-Regelungen online nicht frei einsehbar, aber angeblich soll da Folgendes drinstehen "Die Innenanschriften sind in der Landessprache des Eigentums-EVU sowie in deutscher und französischer Sprache und bei den in Italien verkehrenden Wagen auch in italienischer Sprache anzubringen. Die Anschriften müssen in lateinischen Schriftzeichen und arabischen Ziffern angebracht werden. Die Beifügung des Wortlautes in einer oder mehreren anderen Sprachen ist zulässig."
Dementsprechend waren übrigens die Schilder in Wagen der DDR meistens in Deutsch, Französisch, Italienisch und Russisch ausgeführt (aber nicht in englisch, weil vom RIC nicht vorgeschrieben).