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Warum werdenoffensichtlich falsche Preise angezeigt?

Ich möchte im Sommer zu einem längeren Fahrradurlaub aufbrechen und dazu per Bahn nach Wien fahren. Bei der Suche nach einer geeigneten Verbindung und Informationen über die Preise bin ich auf folgendes Problem gestoßen: Für eine Fahrt ab Köthen nach Wien Abfahrt 19.28 Uhr mit dem IC 2446 nach Hannover und dann mit dem EN 491 sind angeblich keine Sparangebote verfügbar. (Ich habe mehrere fiktive daten ausprobiert.) Der Flexpreis beträgt (ab) 203€. Wenn ich aber 2 Einzelfahrten mit diesen Zügen suche, gibt es plötzlich doch Sparangebote: 19 € von Köthen nach Hannover und Hannover-Wien für 39 €. Die Addition der angegbenen Flexpreise ergibt auch nicht 203€, sondern 42 + 109 = 151€. Wie kommt das? Wenn ich mir nun die beiden Einzel-Sparpreis-Tickets kaufen würde, bräutche ich dann auch 2 separate Fahrradkarten? Was passiert, wenn ich zwei Einzelfahrten gebucht habe und der IC nach Hannover hat Verspätung so dass ich den EN nach Wien verpasse? Ist dann diese Fahrkarte wertlos oder kann ich mit ihr noch einen späteren Zug benutzen? Vielen Dank im Voraus für die Antworten.

Hoolger
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Das kommt teilweise daher, dass der IC ein Zug der deutschen Bahn (DB) ist, während der EN ein Zug der österreichischen Bahn (ÖBB) ist.
Es ist so, dass die ÖBB den Preis für ihren eigenen Zug alleine festlegt. Und da kann es durchaus sein, dass die ÖBB für eine Verbindung, die ausschließlich aus ÖBB-Zügen (hier also dem EN) besteht, günstigere Preise anbietet als bei einer durchgehenden Fahrkarte mit gemischter DB/ÖBB-Nutzung. Die "ab 109€" der ÖBB sind ein Sonderangebot der ÖBB (Globalpreis), der nicht dem Flexpreis entspricht. Der Flexpreis im EN beträgt für Hannover-Wien auch bei der ÖBB 177€.
Wenn Sie getrennt buchen, sollten Sie beachten, dass damit getrennte Beförderungsverträge entstehen. Wenn Sie zu spät in Hannover ankommen und der EN nach Wien weg ist, ist die Fahrkarte für den EN wertlos. Wenn Sie einen späteren Zug nehmen, müssen Sie dafür bezahlen.

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Das kommt teilweise daher, dass der IC ein Zug der deutschen Bahn (DB) ist, während der EN ein Zug der österreichischen Bahn (ÖBB) ist.
Es ist so, dass die ÖBB den Preis für ihren eigenen Zug alleine festlegt. Und da kann es durchaus sein, dass die ÖBB für eine Verbindung, die ausschließlich aus ÖBB-Zügen (hier also dem EN) besteht, günstigere Preise anbietet als bei einer durchgehenden Fahrkarte mit gemischter DB/ÖBB-Nutzung. Die "ab 109€" der ÖBB sind ein Sonderangebot der ÖBB (Globalpreis), der nicht dem Flexpreis entspricht. Der Flexpreis im EN beträgt für Hannover-Wien auch bei der ÖBB 177€.
Wenn Sie getrennt buchen, sollten Sie beachten, dass damit getrennte Beförderungsverträge entstehen. Wenn Sie zu spät in Hannover ankommen und der EN nach Wien weg ist, ist die Fahrkarte für den EN wertlos. Wenn Sie einen späteren Zug nehmen, müssen Sie dafür bezahlen.

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Schade, Flixbus fährt mein Fahrrad und mich über Nacht für 35€ von Halle/Saale nach Wien. Das Risiko, in Hannover zu stranden, werde ich nicht eingehen und 200 € und mehr gebe ich für die Fahrt definitiv nicht aus.

kabo
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Ja. Ich finde die Entwicklung um die Nachtzüge auch schade.
Zum Fahrplanwechsel wurden die Nachtreisezüge von der DB an die ÖBB abgegeben. Die DB war der Ansicht, dass die Nachtzüge nicht kostendeckend waren. Das ist nachvollziehbar, da in den letzten Jahren Nachtzugreisen verramscht worden sind. (5-Köpfige Familie eine Nacht durch ganz Deutschland incl. Liegewagenplatz für alle 5 mit BC25 für unter 90€) Als Kunde hat mich das gefreut - und mit den Preisen konnte kein Fernbus mithalten. Die ÖBB meint die Nachtzüge kostendeckend betreiben zu können. Man muss kein BWL studiert haben um zu wissen, dass das nur möglich ist, wenn sich die ÖBB von den Billig-Angeboten der DB trennt.

Hoolger
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Ich habe auch keine BWL studiert, aber so ist doch auch nichts gewonnen: Der Platz bleibt leer und weder die DB noch die ÖBB haben Einnahmen. Zumal es hier doch nur um die vernünftige Zusammenlegung zu einer Gesamtfahrt geht. Ich würde eigenlich lieber Zug als Bus fahren. Nebenbei: ich habe eine Mail an die ÖBB geschrieben, vielleicht habe die ja eine Lösung.

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Entschuldigung dass ich nochmal nerve, aber ich verstehe es offensichtlich noch nicht richtig: Die DB ist bereit, mich zum Sparpreis von Köthen nach Hannover zu fahren, aber nur, wenn ich nicht mit der ÖBB weiterfahre, weil die ÖBB ein Konkurrent ist? Die ÖBB ist bereit, mich zum Sparschiene-Peis zu beförden, die DB gibt diesen Preis auch weiter, aber nur wenn ich nicht vorher einen Spartarif bei ihr gebucht habe? Etwa für den Fall, dass es auf der Zubringerstrecke Probleme gibt und die DB mich nun für die mickrigen 19€ Einnahmen bis Wien bringen muss? Das kann es eigentlich auch nicht sein, da es in diesem Fall ja egal wäre, wieviel die ÖBB für die ausgefallene Fahrt bekommen hat. Ist es ein Softwareproblem, diese 2 Tarife zusammenzuführen? Dann sollte sich doch bitte hier ein netter Bahn-Administrator einschalten und sagen, ich möge bitte in ein Reisezentrum gehen, dort könnte man die 2 Fahrten mittels Kugelschreiber zusammen auf eine Fahrkarte schreiben. Wo genau liegt denn nun hier das Problem: KANN oder WILL die DB solche Kombi-Fahrkarten nicht anbieten?

kabo
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Niemand hindert Sie daran, einen DB-Sparpreis von Köthen nach Hannover zu buchen und niemand hindert Sie daran, ein ÖBB-Sparschiene-Ticket von Hannover nach Wien zu buchen.
Nur will weder die DB noch die ÖBB das ganze aus einer Hand anbieten. Zwingen kann man keinen von beiden und auch im Reisezentrum wird man Ihnen das nicht auf eine Fahrkarte drucken (auch nicht mit Kugelschreiber).

Ich mach mal ein Beispiel:
Bei McDonalds ist Pommes im Angebot, aber keine Hamburger.
Bei BurgerKing sind Hamburger im Angebot, aber keine Pommes.
Sie wollen Hamburger und Pommes haben.
Dann können Sie bei McDonalds die Pommes und bei BurgerKing die Hamburger kaufen, dann haben Sie den besten Preis. Aber wenn Sie unbedingt beides aus einer Hand haben wollen, zahlen Sie mehr.

Hoolger
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Liebe(r) Kabo, zunächst vielen Dank für die Antworten und die Geduld, aber das Beispiel hinkt etwas. Ich mache mal ein Gegenbeispiel: Burgerking hat Burger im Angebot, kann aber keine eigenen Pommes anbieten, weil keine Fritteuse vorhanden ist (die DB hat kein eigenes Nachtzug-Angebot nach Wien). Dafür holt und verkauft man Pommes von McDonalds, die dort im Angebot sind. Solange die Kunden nur Pommes oder nur Burger nehmen, gelten beide Angebotspreise. Sollte aber ein Kunde Burger und Pommes haben wollen, wird der Angebotspreis bei den Pommes nicht weiter gegeben und auch für den Burger wird ein höherer Preis berechnet. Solches Geschäftsgebaren dieser Fastfoodkette würde ich als unseriös bezeichnen.

Hoolger
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Ich muss mich nochmals zu der Thematik melden, von der ÖBB habe ich jetzt andeslautende Informationen bekommen:

"Also, es ist egal ob Sie ein durchgehendes Ticket haben oder 2 getrennte Fahrkarten.
Denn wenn Sie einen Zug verpassen sollten und es ist Bahnverschulden, dann gilt das Sparschienenticket trotzdem, da Sie sich vom Schaffner die Zugbindung aufheben lassen können.
Der Zugbegleiter muss es nur am Ticket kennzeichnen, sodass der Zugbegleiter des weiterführendes Zuges weiß weshalb mit dem Sparschienenticket ein anderer Zug genommen wurde."

Wer hat denn nun die richtige Information für mich?

DB
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Hallo Hoolger, Folgendes ist in den Fahrgastrechten nachzulesen:

„Hat der Fahrgast für eine nationale oder internationale Reise mehrere Fahrkarten erhalten, verkörpert jede Fahrkarte mindestens einen eigenständigen Beförderungsvertrag. Die Haftung für fahrgastrechtliche Ansprüche gilt dann auch nur für den jeweiligen Beförderungsvertrag.“

Das heißt, dass die Aufhebung der Zugbindung für das zweite Ticket nicht möglich ist und hier ein neues Ticket erworben werden muss. Daher kann ich der Aussage der ÖBB nicht ganz folgen. /an

kabo
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"Sparschiene" ist ein österreichisches Angebot und die Relation Hannover-Wien eine internationale Verbindung. Bei internationalen Verbindungen gilt, dass für die Abwicklung der Fahrgastrechte immer die Bahn zuständig ist, die die Fahrkarte verkauft hat.
D.h. wenn sie bei der ÖBB ein Sparschiene-Angebot kaufen, dann werden die Fahrgastrechte von der ÖBB abgewickelt, auch wenn sich die Verspätung in Deutschalnd ereignet hat und von der DB verursacht wurde.
Möglicherweise sind die Fahrgastrechte in Österreich großzügiger - das weiß ich nicht.
Wenn Sie das "Sparschiene"-Angebot auf der Seite der DB kaufen, dann wickelt die DB die Fahrgastrechte ab. Falls die ÖBB großzügiger wäre als die DB, würde Ihnen das dann nichts nutzen. Wenn Sie sich auf die Zusage der ÖBB stützen wollen, müssten Sie bei oebb.at buchen.