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Knapper Umstieg: Zugbindung aufgehoben?

Ich habe ein Sparpreisticket mit einem Umstieg und knapper Umsteigezeit (7 Minuten). Wenn der erste Zug vor Abfahrt auf meinem Startbahnhof bereits Verspätung hat, ist dann die Zugbindung aufgehoben und ich kann eine andere (evtl. auch frühere) Verbindung zum Zielbahnhof nehmen? Wie viel Verspätung müsste der erste Zug dafür haben?
Anders gefragt: Ab wann muss "vernünftigerweise davon ausgegangen werden", dass ich den Anschluss verpasse?

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt
kabo
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@Elmaran
Das stimmt so nicht.
In den BB Personenverkehr heißt es unter Punkt 9.1.1

"Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende mit einer
Fahrkarte der Produktklassen ICE, IC/EC oder mit einer zuggebundenen Fahrkarte am
Zielbahnhof gemäß Beförderungsvertrag mindestens 20 Minuten verspätet ankommen wird,
hat er unverzüglich die Wahl zwischen (i) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit
geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof bei nächster Gelegenheit oder (ii) der
Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum
Zielbahnhof zu einem späteren Zeitpunkt. Er kann dabei auch den Zug einer höherwertigen
Produktklasse benutzen. Die Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines
Sonderzuges ist allerdings nicht gestattet."

D.h. die Zugbindung ist nicht erst dann aufgehoben, wenn man tatsächlich einen Anschluss verpasst, sondern bereits wenn eine Verspätung am Zielort von >20 min erwartbar ist.

Beispiel:
Reise von A über B (dort Umstieg) nach C. Der Zug von A nach B hat bereits in A eine so große Verspätung, dass ein Anschlussverlust in B erwartbar ist und damit ein verspätetes Erreichen des Zielortes C. Da kann der Reisende sofort in A einen anderen Zug nehmen. Der Reisende muss ganz sicher nicht erst mit dem verspäteten Zug bis B fahren, um sich dort zu vergewissern, dass der Anschluss nach C tatsächlich verpasst wird.

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Elmaran
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Eine knappe Umsteigezeit ist noch lange kein Grund für Aufhebung einer Zugbindung,
sondern erst wenn ein Anschlußzug verpasst tatsächlich werden wird.

Tip, wenn knappe Umsteigezeiten nicht angenehm, hilft s wenn man sich längere Umsteigezeiten in die Reise einbaut, doch die länge der Umsteigezeiten sind vor klick auf kaufen einem jedweden bekannt. ( Somit auch ein Beförderungsvertragbestandteil. )

Eine frühere Verbindung kannst Du nur nutzen, soweit es sich um einen Nahverkehrszug als Zubringer zum ersten Fernzug handelt ... denn in Nahverkehrsanteilen besteht keine Zugbindung.

Danke schon mal für die Antwort. Was heißt in dem Fall "tatsächlich verpasst werden wird"? Wenn der erste Zug 7 Minuten Verspätung hat, kann ich davon ausgehen, dass ich meinen Anschlusszug verpasse, richtig? Aber was ist mit 6 oder 5 Minuten, wenn ich z. B. das Gleis wechseln muss? Wo ist die Grenze?

Elmaran
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Erst wenn auch tatsächlich ein Anschlußzug innerhalb eines Beförderungsvertrages verpasst wird ist die Zugbindung aufgehoben, vorher nicht. Nur weil nur 7 Minuten Übergang heißt das noch lange nicht das der Zug auch verpasst wird. Im Normalfall sind 7 Min. auch nicht unbedingt automatisch zu wenig.

Schon klar, aber im Fall von +7 beim ersten Zug hätte ich ja 0 Minuten Übergangszeit. Schon zu wenig zum Umsteigen, und 1-2 Minuten meistens auch, wenn es nicht das Gleis gegenüber ist.

kabo
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@Elmaran
Das stimmt so nicht.
In den BB Personenverkehr heißt es unter Punkt 9.1.1

"Muss vernünftigerweise davon ausgegangen werden, dass der Reisende mit einer
Fahrkarte der Produktklassen ICE, IC/EC oder mit einer zuggebundenen Fahrkarte am
Zielbahnhof gemäß Beförderungsvertrag mindestens 20 Minuten verspätet ankommen wird,
hat er unverzüglich die Wahl zwischen (i) der Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit
geänderter Streckenführung bis zum Zielbahnhof bei nächster Gelegenheit oder (ii) der
Fortsetzung der Fahrt oder der Weiterreise mit geänderter Streckenführung bis zum
Zielbahnhof zu einem späteren Zeitpunkt. Er kann dabei auch den Zug einer höherwertigen
Produktklasse benutzen. Die Benutzung eines reservierungspflichtigen Zuges oder eines
Sonderzuges ist allerdings nicht gestattet."

D.h. die Zugbindung ist nicht erst dann aufgehoben, wenn man tatsächlich einen Anschluss verpasst, sondern bereits wenn eine Verspätung am Zielort von >20 min erwartbar ist.

Beispiel:
Reise von A über B (dort Umstieg) nach C. Der Zug von A nach B hat bereits in A eine so große Verspätung, dass ein Anschlussverlust in B erwartbar ist und damit ein verspätetes Erreichen des Zielortes C. Da kann der Reisende sofort in A einen anderen Zug nehmen. Der Reisende muss ganz sicher nicht erst mit dem verspäteten Zug bis B fahren, um sich dort zu vergewissern, dass der Anschluss nach C tatsächlich verpasst wird.