Diese Frage wartet auf Beantwortung

Beschädigtes Gepäck in Erster Klasse

Liebes Service-Team,

ich bin am Freitag Abend von Berlin nach Leer/Ostfriesland gefahren, ab Hannover im RE4430. Ich habe im Doppelstock-Wagen oben gesessen in der 1. Klasse. Unten drunter war die 2. Klasse. Mein Gepäck war in der Ablage für Koffer vor der Ersten Klasse. Da der Zug voll war, saßen mehrere Jugendliche auf meinem Koffer. Meine Bitte, sich dort zu entfernen wurde bösartig ignoriert, sodass ich mich zurückgezogen habe. Bei der Fahrkartenkontrolle wies ich den DB Mitarbeiter auch darauf hin. Dieser deutete vorsichtig an, er traue sich nicht, dort Beschwerde zu führen. Also sprang und hopste ein Jugendlicher weiter fröhlich auf meinem Koffer rum. Zu Hause das Ergebnis: Toilettenartikel (im Kulturbeutel) ausgelaufen, Reinigungskosten der Kleidung bei 50 Euro. Dazu ist mein iPad defekt, das Display funktioniert nicht mehr. Reparatur nicht mehr möglich laut ServiceHotline.

Was mache ich nun? Die Jugendlichen kann ich nicht Heranziehen, aber die Bahn? Der Kontrolleur, den ich darum bat, hat das verweigert. Was ich ja verstehe da er sich nicht in Gefahr bringen wollte. Aber habe ich nun Anspruch auf Entschädigung?

Liebe Grüße,
Heiko

HeikoSuhr
HeikoSuhr

HeikoSuhr

Ebene
0
11 / 100
Punkte

Antworten

Elmaran
Elmaran

Elmaran

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Ich finde Du bist hier voll mitverantwortlich, denn wenn Du es schon bemerkt hast hättest Du alles was Dir möglich war unternehmen zu müssen um Schaden abzuwenden. Auch in der ersten Klasse befindet sich über den Sitzen eine Ablage wo Du den Koffer hättest ablegen können, und alles wär gut gewesen, aber hier Deine Verantwortung auf Dritte abzuschieben sowie haftbar zu machen finde ich schon recht absurd.

Bei einer Reisegepäckversicherung würdest Du jedenfalls auf volle Ablehnung stoßen, da Du einer Schadensminderungspflicht nicht nachgekommen bist, ja aus meiner Sicht sogar grob fahrlässig gehandelt hast. Unter der Antwort geht es zwar um gestohlen https://community.bahn.de/questions/929242-haftet-gepack-zug-gestohlen ...
doch letztendlich stehst Du in Selbstverantwortung auf Dein Gepäck zu achten.

HeikoSuhr
HeikoSuhr

HeikoSuhr

Ebene
0
11 / 100
Punkte

Hallo Elmaran,

das ist doch nicht dein Ernst? Grob fahrlässig? Humbug! DIe Gepäckablagen in der Ersten Klasse (sowohl über den Sitzen als auch zwischen den Sitzen) sind seit Jahren viel zu flach für die meisten größeren Koffer und wenn man es in den Gang stellt, wird man auch angemacht, dass es doch extra Ablagen gibt.

Dazu kommt, dass ich versucht habe, meinen Koffer zu "retten". Bei aber fast 10 Jugendlichen im alkoholisierten Zustand habe ich nach dem ersten Versuch lieber aufgegeben, was nur vernünftig war. Der Schaffner selber hat es ja erst gar nicht versucht, der hat wohl nicht mal dort kontrolliert. Soll ich da meine Gesundheit aufs Spiel setzen?

Elmaran
Elmaran

Elmaran

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Trotzdem ist die Bahn NICHT der Verursacher sondern jene Jugendlichen.

Wenn Zug schon gut besetzt ist hätte es da auch noch einige Männer gegeben die Du um Hilfe hättest bitten können, ja sogar die Bundespolizei verständigen zu können damit diese an einem geeigneten Bahnhof zusteigt und die Sache klärt.
So funktioniert das z. B. im Metronom recht gut, wenn der in Hannover startet und es beginnen ein Paar alkoholisch zu jodeln steht schon an nächster Station die Bundespolizei am Bahnsteig.

Meiner Erfahrung nach verhält es sich mit solchem im Zuge eher so wie bellende Hunde beißen nicht, Samstag Abend hat da die Bundespolizei in Erfurt auch einige jodelnde Rostock Fans in den RE nach Göttingen gesetzt. Ward doch auch ganz lustig wie die dann auf und ab ihre Polonese ausführten .. man braucht solch meist nur so zu nehmen wie sie sind .. sozusagen freundschaftlich zu behandeln .. dann fressen sie Dir quasi aus der Hand .. nur Angst darf man solchen keine Zeigen das könnte solche zu gegensätzlichem animieren. Wären die dann statt mit ICE im Metronom weiter wären sie auf Grund Alkoholismus aus dem Zug gesetzt worden ... da im Metronom Alkohol absolut verboten.

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Artikel 33 der EU-Verordnung Nr. 1371/2007 vom 23. Oktober 2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr lautet in Artikel 33 auszugsweise:

Im Übrigen haftet der Beförderer für Schäden wegen gänzlichen oder teilweisen Verlusts oder wegen Beschädigung von Sachen, Handgepäck oder Tieren, zu deren Beaufsichtigung der Reisende gemäß Artikel 15 verpflichtet ist, nur dann,wenn den Beförderer ein Verschulden trifft.

D.h. wenn Sie nachweisen können, dass der DB-Mitarbeiter von Ihnen auf das Problem hingewiesen wurde und er trotzdem nichts unternommen hat, dann sind Ihre Aussichten auf Schadensersatz gut.

ds1603
ds1603

ds1603

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Ich find das ein wenig abstrus. "Ich setze meine Gesundheit nicht aufs Spiel, soll das der Zugbegleiter doch machen..." <-- Er arbeitet ja hier. Und wer sagt das nicht schon der Inhalt von den Jugendlichen kaputt gemacht wurde, bevor Sie den Zugbegleiter angesprochen haben? Sie hätten für den nächsten Bahnhof kostenfrei die Polizei bestellen können oder das Zugpersonal bitten können hier die Polizei zu bestellen. Hier der DB den schwarzen Peter zuzuschieben ist wieder einfach und das nahliegendste.

DB
DB

DB

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte
Team

Hallo HeikoSuhr, es ist ärgerlich, wenn unterwegs etwas zu Schaden kommt. Am besten kontaktieren Sie einmal unseren regionalen Kundendialog, denn über die Service-Community erhalten Sie lediglich Tipps, was Sie machen können. Ob die Haftung übernommen werden kann, wird der Fachbereich klären müssen, sobald der Sachverhalt dort vorgetragen wurde. /ch

Benutzerin
Benutzerin

Benutzerin

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Ja, Elmaran, ich finde auch, dass es "grob fahrlässig" ist, seinen Koffer in einer dafür vorgesehenen Ablage im Zug abzustellen.
Ihre Kommentare hier sind manchmal schwer erträglich.

Und es erscheint mir auch nicht absurd, einen Zugbegleiter, der ja im Zug als Vertreter der DB das 'Hausrecht' hat, um Hilfe zu bitten. Warum hat dieser denn nicht die Bundespolizei informiert, wenn er sich (was ich nachvollziehbar finde) nicht selbst in Gefahr begeben wollte?

Developer
Developer

Developer

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Das hört sich stark nach einer zivilrechtlichen Angelegenheit an.
D.h.: Sie müssen die Jugendlichen verklagen.

Wenn die Jugendlichen Ihr Gepäck zerstören, sofort die Bundespolizei hinzuziehen.

Ich finde diesen Fall allerdings sehr merkwürdig. Weder Sie, noch der Zugbegleiter, haben sich getraut hier etwas zu sagen oder einfach den Koffer weg zu ziehen. Ich glaube Sie möchten gar nicht wissen, was ich in diesem Fall gemacht hätte...

kabo
kabo

kabo

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

... das ganze ändert aber nichts daran, dass dir DB eine Mitverantwortung trägt. Der DB-Mitarbeiter hat nicht gehandelt. Das mag zwar verständlich sein, aber die Tatsache, dass das Sicherheitsniveau anscheinend nicht ausreichend war, dass der DB-Mitarbeiter hätte handeln können, ist ein Organisationsversagen. Oder platt gesagt: Wenn es die DB nicht schafft, die Sicherheit zu gewährleisten, dass muss die DB die Konsequenzen tragen, was in diesem Fall die Mit-haftung für das Gepäck wäre.
Natürlich steht es der DB frei, selbst die Jugendlichen in Regress zu nehmen, nötigenfalls auf dem Rechtsweg. Aber der Kunde muss sich sicher nicht selbst an die Jugendlichen verweisen lassen.
Sollte der Fragesteller beim Kundendialog auf taube Ohren stoßen, würde ich zum Anwalt raten.

Elmaran
Elmaran

Elmaran

Ebene
4
5000 / 5000
Punkte

Fehlt dann jedoch immer noch ein das geschädigter Fahrgast das auch alles beweisen können muß,sonst kommen im Ernstfall schnell noch erhebliche Kosten auf ihn zu.
Insofern werden zumindest ladbare Zeugen benötigt.

In diesem Sinne scheint mir der Weg über den Kundendialog zunächst der sinnvollere zu sein, denn dafür erscheint er mir ja da, wenn er aus Kulanz heraus handelt.

Alle anderen Wege würden hier der Geschädigten eher mehr Kosten verursachen, als möglicher weise ihren Schaden ersetzt zu bekomme.