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Warum gibt es keinen Anspruch auf alternatives Verkehrsmittel bei 230 min Verspätung?

Meine planmäßige Ankunftzeit war 21:44 Uhr in Augsburg. Zu dieser Zeit hätte ich bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Stadtgebiet nach Hause kommen können. Die tatsächliche Ankunftszeit war am nächsten Tag 01:33 Uhr in Augsburg. Zu dieser Zeit fuhren keine Straßenbahnen oder Busse mehr, also nahm ich ein Taxi. Dieses wird mir aber nicht bezahlt, weil die planmäßige Ankunftszeit nicht zwischen 0 und 5 Uhr lag. Das ist doch irgendwie ziemlich sinnlos, oder? Zumindest für den Reisenden.
Ich hatte meine Reise extra so geplant, das ich auf alle Fälle öffentliche Verkehrsmittel benutzen kann.

Besser sollte es heißen, ... wenn Sie eine Verspätung am Zielort von min. 60 Minuten bei einer tatsächlichen Ankunftszeit von 0 und 5 Uhr hatten. Wer überdenkt solche Klauseln bei der DB? Oder ist das so gewollt um möglichst wenigen Menschen Erstattungen zu bezahlebn?

Antworten

Elmaran
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Die Fahrgastrechte wurden von der EU eingeführt, und sind dann dem entsprechend so in Kraft. Leider sind diese hier oder da oft von der EU auch Realitätsfremd geregelt worden.

Im konkreten Falle ist es so geregelt natürlich eher nicht so sinnvoll. Denn im tatsächlichen Leben ist es doch so .. letzte Verbindung kann in der Fläche auf dem Lande in der Spitze sogar schon vor 16:00 ab Bahnhof liegen ... denn da wo nur 2 x täglich ein Bus über Dörfer (wenn überhaupt noch ) fährt kann selbst eine Verspätung von bis 6 nur Minuten die Unerreichbarkeit seines erreichbaren Ortes via ÖPNV bedeuten.

In diesem Sinne sind Menschen in der Fläche in der Fläche sogar erheblichst benachteiligt gegenüber jene in größten Städten wo sogar noch irgendwie Nachtlinien im ÖPNV unterwegs sind.

Leo
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Die Fahrgastrechte sind MINDEST-Anforderungen! Wenn sie nur WOLLTE, könnte die DB wesentlich klulanter sein als mindestens ! Positives Beispiel z.B. hier:

http://www.bayerischeoberlandbahn.de/service/fahrgastrech...

Außerdem hat der Beförderer für die Weiterreise zu sorgen. Aber ob das jemand einklagen wird...

Das ist ein Armutszeugnis, wenn hier nicht kulant verfahren wird. Mit Paragrafenreiterei wie hier oder dem beliebten "separate Bförderungsverträge" treibt man die Leute ins Auto!

DB
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Team

Hallo Kassa, wie Elmaran bereits schrieb, ist das Servicecenter Fahrgastrechte nicht von der Deutschen Bahn.
Seit dem Inkrafttreten der europäischen Verordnung (EG) Nr. 1371/2007 über die Rechte und Pflichten der Fahrgäste im Eisenbahnverkehr am 3. Dezember 2009 gelten einheitliche Fahrgastrechte im Eisenbahnverkehr in Deutschland. Sie räumen den Reisenden gleiche Rechte bei allen Eisenbahnunternehmen ein und gelten für alle Züge, unabhängig davon, von welchem Eisenbahnunternehmen sie betrieben werden.
Diese Fahrgastrechte gelten nur im Eisenbahnverkehr. Für Verspätungen, die bei U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen oder Taxi entstehen, besteht kein Entschädigungsanspruch.
Dennoch wurde geregelt, wenn der Zielbahnhof ohne Nutzung eines anderen Verkehrsmittels nicht mehr bis um 24 Uhr erreicht werden kann werden dem Kunden die Kosten für ein anderes Verkehrsmittel bis max. 80 Euro ersetzt. Sollte man Ihnen dies verwehrt haben, dann bitte ich Sie, sich noch einmal mit dem Servicecenter in Verbindung zu setzen. Viele Grüße /an

Elmaran
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In dem Ansatz von Leo hat er frelich auch recht.

Jedoch müssten dazu alle beteiligten zusammen in ein Boot geholt werden, und insofern von allen dazu führen da in bestimmten Fällen großzügiger gehandelt werden würde.

Jedoch ist auch jedwedem Reisenden eine gewisse Selbstverantwortung zuzumuten.
Es ist z. B. jedem Reisenden zumuten das er im Grunde möglichst keine spätere als vorletzte Verbindung zu seinem Ziel nutzt .. z. B. nur max 2 Verspätungen im Jahr bei Nutzung letzter Verbindung vollen Ausgleich erhalten würde .. da ja durch frühere Fahrt
in der Regel automatisch auch so etwas wie eine Schadensminderungs(pflicht) durchgeführt werden würde.

Und um das Problem noch weiter herunterzuführen halte ich etwas weniger straffere Fahrpläne für sinnvoll, welche so schon einmal Verspätungen aus vorherigen Fahrten reduzieren würden. So auch sinnvoll die Fahpläne etwas langsamer in der Fahrt zu gestalten, das ein wenig Luft für aufholen von wenigstens kleineren Verspätungen verbleibt, zumal so die oft mit 2 Min. Halt eines ICE´s auch auf ein oft sinnvolleres Maß sich erhöhen würden.

Und letztendlich Fernverkehr vom Nahverkehr durch längere Übergangszeiten zu entzerren, da 20 Min. Übergänge statt 6-7 Min. und niederer meist gar nicht erreichbar wenn ICE geregelt 5-6 Min. zu spät und diese Verspätung bis 6 Min. noch als pünktlich gilt, ist der Anschluß dennoch weg.

Das benötigte zwar einen gänzlich neuen Fahrplan für alles, der jedoch unter dem geschilderten auch ebenso zu einer Verbesserung von Pendlern führen würde. Denn Arbeitnehmer in der Industrie mit Arbeitszeitbeginn von 06:00 und Ende bei 23:00 werden da extrem vernachlässigt das solche ihre Arbeit im ÖPNV erst gar nicht erreichen können .. da Ankünfte bei 05:45 nicht gereichen um einen ZOB nebst mit Bus dann noch seine Firma im Industriegebiet überhaupt zu gereichen. Bezüglich dessen würde es meist gereichen den Nahverkehr scho nur 20 Min. früher starten zu lassen, und möglichst mit letzten Fahrten teils statt z. B. kurz nach 22:00 mit erst bei nahe 23:45 starten zu lassen. Klar benötigte das rechnerisch mindestest eine Zugfahrt je Richtung mehr, was sich jedoch wiederum zu Schichtwechsel des Zugpersonals in einer Zeit zw. 12:00 und 13:00 durch Wegfall einer Verbindung am Tage je Richtung kompensieren ließe.