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Beförderung eines "Fahrzeuges"

Hallo, eine sehr spezifische Frage bzgl. Mitnahme eines besonderen "Fahrzeuges".
Es nennt sich eScooter und ist ein Roller mit eMotor und Akku, ähnlich einem Pedelec.

Leider schweigt sich die aktuelle AGB (Frühjahr 2016)
zur Fahrgastbeförderung immer noch aus bzw. gibt die DB auf Nachfrage keine resp. unklare Auskünfte.
Pedelecs haben die gleiche Antriebstechnik und sehen dem klassischen Fahrrad ähnlich, auch bei diesen Fahrzeugen kann die AGB interpretiert werden.
In der Praxis dulden die Zugkontrolleure die Mitnahme von Pedelecs nach meiner Erfahrung allermeistens.

eScooter sind antriebstechnisch wie Pedelecs, werden allerdings nach STVO zum Mofa mit Kennzeichen.
Wie sind die Verhältnisse, gibt es bereits inoffizielle Regelungen oder Erfahrungen aus der Praxis.

Besitze seit ein paar Wochen einen eScooter mit STVO-Zulassung und Kennzeichen,
habe bislang vergeblich eine Klärung bei der DB versucht und die Mitnahme des Teils
noch nicht gewagt, um nicht zwangsausgestiegen zu werden und doof in der Botanik zu stehen.
Manch Kontrolleur stört sich auch schon am fehlenden Komma auf dem Fahrschein.

Danke vorweg für eine konstruktive Antwort.

Fahrplanstudent
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Elmaran
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Einen eScooter mit Versicherungskennzeichen bis 45 KM/h würde ich eher einer Mofa für die man einst bei der alten Bundesbahn sogar zwei Fahrradkarten im Gepäckwagen bentigte auch eher zu einer Mofa oder normalen Roller zuordenen wenn er auch etwas kleiner sein mag.

Ein normaler ESooter darunter ist im Grunde nur einem Tretroller gleich und dürfte daher eher Fahhrädern zuordnerbar sein, oder gar in einer Tasche einer harmlosen Traglast zuzuordenen sein.

Mit einem Pelec würde ich es jedenfalls nicht vergleichen, das sind quasi auch nur herrkömmliche Fahhräder mit Unterstützung, nie größer als ein Fahhrad auch und selbst im Gewicht oft nicht mehr unbedingt viel mehr als ein Fahrrad. Wobei es hier jedoch auch welche gibt welche genau wie eScooter bis 45 KM/h nicht als Unterstützung ausgeleht sind und dann erst einem normalen Roller mit Versicherungskenzeichen zuzuordnen sind.

Hallo Fahrplanstudent,

die aktuell gültigen AGB haben den Stand 14. November 2016.

Zur Fahrradmitnahme finden Sie unter Beschränkungen Folgendes:

"Jeder Reisende darf nur ein Fahrrad mitnehmen. Die Mitnahme ist auf zweirädrige, einsitzige, nicht- oder elektrohilfsmotorisierte Fahrräder sowie zusammengeklappte Fahrradanhänger beschränkt. In besonderen Zügen können, sofern ausreichend Platz vorhanden ist, auch nichtmotorisierte Liegeräder, Tandems sowie Dreiräder mitgenommen werden."

Da ein Roller kein Fahrrad ist, sagen die Beförderungsbedingungen hier eindeutig Nein zum eScooter.

Die aktuell gültigen Beförderungsbedingungen finden Sie hier. /ti

Elmaran
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Damit wäre es ja schon klar " oder elektrohilfsmotorisierte Fahrräder ", was dann z. B. selbst bei einem Fahrrad mit Elektroantrieb bis 45 KM/h ( ab mehr als 20 KM/h Versicherungskennzeichen Pflicht ) oder so meist schon nicht mehr gegeben wäre. Und dem wäre ein eScooter zuzuordnen.

Gut es gibt zwar auch welche mit Pedelecs mit mehr als 20 KM/h unterwegs sind, welche jedoch gegen die STVO verstoßen da die Pedelecs auf 250 Watt Motorleistung beschränkt sind und sich mancher Umbausätze aus China stammend mit 500 - 1000 Watt in Umbau genehmigt... obdem so nicht zulässig.

Fahrplanstudent
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Zunächst vielen Dank für die rege Beteiligung.

Mein Exemplar der Beförderungsbedingungen war noch aus April 2016,
danke für den Link mit der aktuellen Fassung.

Nur leider besteht das Problem immer noch so und ist ein typisch Deutsches.
In den deutschsprachigen Ländern Österreich und Schweiz gelten eScooter als Fahrrad resp. Pedelec,
nur in D wird der eScooter grundsätzlich zum Mofa mit Kennzeichenpflicht.

Da mithin die alles entscheidende Vokabel "Fahrrad" lautet, ist es nur zu bedauern,
dass die Deutschen für die eScooter die Bezeichnung Mofa resp. Kleinkraftrad in der STVZO wählten,
was der DB den Ausschluss dieser eScooter ermöglicht.

Das ist insoweit wieder unlogisch,
als ein eScooter weder grösser, schwerer oder gefährlicher ist als ein Pedelec.
Aus beförderungstechnischer Sicht seitens der DB entsteht weder eine besondere Gefahr
noch eine unbillige Transportschwierigkeit aka spezielles Platzproblem.

Schade, dass sich die DB hierzu intolerant zeigt und der STVZO Vorrang vor Kundenwünschen einräumt.
Ein stichhaltiges Argument gegen die Beförderung von eScootern suche ich immer noch.
Es ist eben nur der "Buchstabe des Gesetzes" Kriterium.

Mir wurde telefonisch seitens der Bahn mitgeteilt, dass das KO-Kriterium die Explosionsgefahr
des gefährlichen Akkus sei !?
Auf meine Gegenrede, dass Pedelecs auch Akkus hätten, endete der Diskurs in allgemeinem DB-blafasel.

Dass es illegale eScooter ausserhalb der STVO auf deutschen Strassen gibt,
war nicht Gegenstand meiner Frage und betrifft die Zugbeförderung erstmal nicht.
Ebenso ist nicht ein eRoller a la Vespa oder ein erdölgetriebener Zerknallplatztreibling
a la "Sachser" zum Transport im Zug gemeint.

<i> Achja, immer wieder in der Praxis, wir sind in D die Vorreiter der sauberen eMobilität. </i>

MfG
Fahrplanstudent

p.s.
<i> </i> Ironie an/aus