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Was passiert beim betätigen der Notbremse, wenn es die Situation verlangt hatte, aber beim bet ätigeschon zu spät war?

Hallo,
Was passiert beim betätigen der Notbremse, wenn es die Situation verlangt hatte, aber beim betätige der Notbremse es schon zu spät war?

Issei
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Brody
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1.) Selbst wenn die Bundespolizei vor Ort gewesen wäre und eine Strafanzeige gefertigt hätte, würde das noch lange nichts darüber aussagen, ob die Handlung tatsächlich strafbar gewesen wäre. Es sind schließlich Polizisten, keine Richter ;-)
'
2.) Beim "Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln" (hierzu gehört auch eine Notbremse im Zug) gemäß § 145 StGB handelt es sich um ein Vorsatzdelikt. Strafbar ist also nur VORSÄTZLICHES Handeln (siehe § 15 StGB). Dem Täter muss das Unrecht seiner Tat bewusst sein und er muss die Tat absichtlich begehen.
Im geschilderten Sachverhalt ging der "Täter" jedoch davon aus, dass eine gegenwärtige Gefahr für die Gesundheit oder das Leben einer anderen Person bestand und daher das Betätigen der Notbremse nicht nur erlaubt, sondern auch erforderlich war, um die Gefahr abzuwenden. Da er nicht bemerkt hat, dass die Gefahr kurz zuvor auf andere Art und Weise abgewendet werden konnte, fehlt es hier schon am Vorsatz, die Notbremse missbräuchlich zu betätigen. Aus Sicht des "Täters" bestand die Gefahr ja noch, als er die Notbremse betätigt hat.
Demnach wäre es keine strafbare Handlung, wenn es sich tatsächlich so zugetragen hat, wie "Issei" es beschrieben hat.
(Es handelt sich hierbei um eine persönliche, unverbindliche rechtliche Würdigung. Daher ohne Gewähr!)

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Brody
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Darf ich mal fragen, welche Situation das "verlangt hatte" und weshalb es "zu spät" war bzw. welche Situation das theoretisch sein sollte?

Issei
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Die Tür war kurz davor zu schließen. Es war maximal ein Abstand von 10 cm. Eine junge Dame hat sich ihre Finger reingehalten, damit die Tür wieder aufgeht. Es war aber anders der Fall und zwar schloss sich die Tür und die Finger von der Dame blieben in der Tür stecken. Kurz darauf wollte die Bahn losfahren und jemand hatte schon mitbekommen das die Finger von der Damen immer noch fest hingen. Ein anderer Fahrgast hatte dann versucht die Notbremse zu betätigen schaffte es nicht und dann habe ich dem Fahrgast geholfen bzw. Ich habe dann die Notbremse betätigt. Doch ich habe es nicht bemerkt bzw. Sah es das sie ihre Finger ausgezogen hatte, dabei hatte ich schon die Notbremse betätigt gehabt. Jetzt ist die Frage, was jetzt passiert. Ob es als Missbrauch gilt oder doch nicht.

Issei
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Genau gesagt nichts. Nicht mal Kontakt Aufnahme und/oder die Polizei war nicht da.
Deswegen macht es mich einwenig stutzig.

Keine Nachfrage, das ist merkwürdig. Leider kann ich die Situation nicht nachvollziehen. Für mich scheint es aber, dass hier noch etwas anderes passiert sein muss und würde mir keine Sorgen machen. /ma

Issei
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Na gut. Vielen Dank für die Antworten und noch einen schönen Abend.

Brody
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1.) Selbst wenn die Bundespolizei vor Ort gewesen wäre und eine Strafanzeige gefertigt hätte, würde das noch lange nichts darüber aussagen, ob die Handlung tatsächlich strafbar gewesen wäre. Es sind schließlich Polizisten, keine Richter ;-)
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2.) Beim "Missbrauch von Notrufen und Beeinträchtigung von Unfallverhütungs- und Nothilfemitteln" (hierzu gehört auch eine Notbremse im Zug) gemäß § 145 StGB handelt es sich um ein Vorsatzdelikt. Strafbar ist also nur VORSÄTZLICHES Handeln (siehe § 15 StGB). Dem Täter muss das Unrecht seiner Tat bewusst sein und er muss die Tat absichtlich begehen.
Im geschilderten Sachverhalt ging der "Täter" jedoch davon aus, dass eine gegenwärtige Gefahr für die Gesundheit oder das Leben einer anderen Person bestand und daher das Betätigen der Notbremse nicht nur erlaubt, sondern auch erforderlich war, um die Gefahr abzuwenden. Da er nicht bemerkt hat, dass die Gefahr kurz zuvor auf andere Art und Weise abgewendet werden konnte, fehlt es hier schon am Vorsatz, die Notbremse missbräuchlich zu betätigen. Aus Sicht des "Täters" bestand die Gefahr ja noch, als er die Notbremse betätigt hat.
Demnach wäre es keine strafbare Handlung, wenn es sich tatsächlich so zugetragen hat, wie "Issei" es beschrieben hat.
(Es handelt sich hierbei um eine persönliche, unverbindliche rechtliche Würdigung. Daher ohne Gewähr!)