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Bei Privatbahnen-Verspätung keine Hotelübernachtungen?

Zum Hintergrund: Bin Probe BahnCard 100 Besitzer.
Folgender Vorfall:
Wollte gestern von Passau nach Dresden reisen.
Passau 17:24 (ICE 22) Regensburg ALX 357, Schwandorf RE3698, Hof RE 4797, Chemnitz RB 26939 → Ankunft in Dresden 23:51
Nun war es so, dass der Alex 357 in Regensburg wegen „Bauarbeiten“ und verspätete Zugbereitstellung 15 Minuten Verspätung hatte. Der RE3698 in Schwandorf konnte nun nicht mehr auf den ALEX warten. Somit war meine letzte Verbindung nach Dresden weg.
Die ZUB im ALEX sagte mir, ich sollte die Regionalbahn OPB79744 von Schwandorf bis nach Marktredwitz nehmen, da wäre die DB Information noch abends besetzt und mir wird da geholfen.
Im Zug der OPB sagte mir aber die ZUB, dass die DB-Info in Marktredwitz schon lange zu sei, dort treffe ich niemanden mehr an. Die Möglichkeit eine Übernachtung selbst auszulegen, hatte ich nicht, da ich nur noch 40 Euro dabei hatte. Mir wurde als Alternative genannt, bis Zwickau zu fahren und die Nacht am Bahnhof zu verbringen oder zurück nach Regensburg zu fahren, wo die DB-Info bis 22.30 Uhr auf hatte.
Da ich auf keinen Fall im Bahnhof übernachten wollte, fuhr ich zurück nach Regensburg. Dort sagte mir die DB-Info Mitarbeiterin, sie darf mir keinen Hotel-Gutschein ausgeben, weil es eine Verspätung vom ALEX war und nicht von der DB. Sie gab mir nur die Möglichkeit, in der Bahnhofsmission zu übernachten.
Nun meine Frage: Ist das echt so, dass man keine Übernachtung bekommt, wenn es sich um eine Verspätung einer Privatbahn handelt??? Oder hat hier einer „Mist“ erzählt? Die ZUB des ALEX, welche mich wohl wissentlich zu einen falschen Bahnhof geschickt hat oder die DB-Mitarbeiterin in Regensburg, welche keinen Hotelgutschein ausstellen wollte?

Wenn ich mir überlege, für so eine Odyssee durch Bayern bekomme ich nun max. 10 Euro Fahrgastrechte-Aufwandsentschädigung (da Probe Bahncard 100) und ich soll von der Bahncard 100 überzeugt werden...nein Danke. ;-)

P.S. Ende von Lied war, da ich auf keinen Fall in einem Bahnhof übernachten wollte, bin ich von Regensburg nach München gefahren und dort mit dem Nachtzug über Frankfurt nach Dresden zurück, damit ich wenigstens in einem „sicheren“ Zug sitze. Ankunft vorhin um 11.37 Uhr übermüdet in Dresden. DANKE DB.

Mirko70
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Antworten

Hallo Mirko, ist wegen eines Zugausfalls oder einer -verspätung eine Fortsetzung der Fahrt am selben Tag nicht möglich oder ist die Fortsetzung der Fahrt am selben Tag nicht zumutbar, werden Ihnen angemessene Übernachtungskosten ersetzt. Dabei spielt es keine Rolle, ob der verspätete Zug von der DB oder einer Privatbahn ist. Das Eisenbahnunternehmen hätte Ihnen alternativ auch ein anderes Verkehrsmittel zur Verfügung stellen können, sofern dies preisgünstiger ist (bis maximal 80 Euro). Es tut mir leid, dass diese Reise zu einer Odyssee für Sie geworden ist. /se

Mirko70
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Danke für die Antwort. Anderes Verkehrsmittel ging nicht, Entfernung wäre im günstigsten Fall 130 km (von Zwickau) und sicher nicht mit 80 Euro machbar, zumal es dann schon weit nach Mitternacht gewesen wäre.
Also laut ihrer Antwort war es also eine Fehlinformation und ein Fehler der DB-Information in Regensburg, mir keinen Hotel-Gutschein zu geben?

Hallo, das ist so nicht richtig. Einen Hotelgutschein gibt es nur, wenn die Verspätung durch ein DB Unternehmen oder ein Unternehmen verursacht wurde, welches beim TuH Verfahren mitmacht. Das hat allerdings nichts mit den gesetzlichen Fahrgastrechten zu tun. Dort gibt es die 80 Euro Regelung, diese greift dann, wenn es keine DB Info gibt oder es ein Dritt EVU ist das nicht mit macht.

Ich habe bezüglich dieser Situation beim Servicecenter Fahrgastrechte nachgefragt. Dort wurde mir bestätigt, dass Mirko Anspruch auf einen Hotelgutschein gehabt hätte. /se

Hallo, ich hab gerade noch einmal nachgeschaut. Das Unternehmen (Dritt EVU) Alex ist nicht als Vertragspartner der DB für Taxi und Hotelgutscheine dabei. Es besteht hier lediglich der gesetzliche Anspruch auf die Fahrgastrechte. Also eine Übernachtung oder alternatives Verkehrsmittel bis zu einer Höhe von maximal 80 Euro. Das Handbuch ist in diesem Fall eindeutig. Die Taxi und Hotelgutscheine gehören DB Regio und DB Fernverkehr, diese sollen den Kunden bereitgestellt werden wenn er durch Verschulden der DB nicht mehr innerhalb eines Zeitfensters an sein Ziel kommt. Es gibt aber eine Anzahl X von Dritt EVU die sich daran beteiligen. Dann wird dieser Gutschein durch den Mitarbeiter ausgefüllt und dann "intern" verrechnet. Alex steht hierbei definitiv nicht auf der Liste. Alex stützt sich hierbei auf die gesetzliche Regelung, die in der Theorie auch vollkommen ausreichend ist. Lieber Sebastian ich kann das gerne morgen aus dem Büro noch näher ausführen. Über welche Emailadresse kann ich euch erreichen. (wenn da noch Klärungsbedarf sein sollte)

Hi, wir holen uns ja diese Infos vom Fachbereich (in diesem Fall das Servicecenter Fahrgastrechte). Wenn uns diese Auskunft gegeben wird, dann vertrauen wir natürlich darauf. Gerne kannst du uns eine E-Mail mit diesem Thema an dbbahn.facebook@bahn.de senden. Dann können wir das bei uns intern auflisten. Liebe Grüße /se

Hallo, das war auch kein Vorwurf. Ich denke mal das SC Fahrgastrechte stützt sich "richtigerweise" auf die gesetzliche Regelung. Dies ist auch vollkommen richtig und klar. Die Ausgabe von Taxi und Hotelgutscheinen ist auch, meines Wissens nach, EU weit einmalig, um dem Kunden die "Rennerei" mit den Fahrgastrechten zu ersparen. Einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt es allerdings nicht. Diese Gutscheine sind nicht Bestandteil der Fahrgastrechte.

Hallo Mirko70,
hallo ds1603,

ich muss eine Korrektur vornehmen: Die Fahrgastrechte gelten natürlich, doch einen rechtlichen Anspruch gibt es auf die Hotelgutscheine nicht. Bitte entschuldigt die Verwirrung hier. Liebe Grüße /je

Mirko70
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Na gut, rechtlich gesehen habe ich keinen Anspruch auf einen Hotelgutschein. Aber rein menschlich...lieber sagt die DB-Angestellte :"übernachten sie auf dem Bahnhof oder in der Bahnhofsmission" als hier eine kundenfreundliche Lösung zu finden. Was passiert mit einer Familie mit kleinen Kindern? Werden die auch "abgewimmelt" und sollen auf dem Bahnhof pennen?

Wie gesagt...Kundenfreundlichkeit, dazu noch als bahn.comfort Kunde. ;-)

In so einem Fall bleiben Ihnen und auch einer Familie mit kleinen Kindern ja noch die Fahrgastrechte. Man muss für das Hotel zwar in Vorkasse gehen, kann die Rechnung dann aber im Nachhinein beim Servicecenter Fahrgastrechte einreichen. /je

Mirko70
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Darum ging ja die Frage. Ich konnte eben NICHT in Vorkasse gehen, da ich nicht so viel Geld dabei hatte. Und bei einem Wochenend-Tagesausflug nehme ich auch nicht so viel Geld mit, um alle Eventualitäten abzusichern. (gerade in den heutigen Zeiten, wo man schnell mal auf Bahnhöfen "erleichtert" wird).
Wie gesagt, ich hätte etwas Verständnis und Kulanz erwartet, da ja diese Gutscheine existieren. Eben falsch gedacht. Ist mir für die Zukunft eine Lehre... ;-)

Hallo, ich hab die Antwort jetzt erst gesehen. Kundenfreundlichkeit hin oder her aber wenn die Deutsche Bahn die Verspätung nicht verursacht hat, ist diese auch nicht in der "Kundenfreundlichkeits"-Pflicht eine Hotelübernachtung zu bezahlen. Das Privatunternehmen kann sich ja am Verfahren beteiligen, die meisten scheuen jedoch die Kosten dafür und "verstecken" sich hinter den Fahrgastrechten, damit sind sie rechtlich im grünen Bereich. Theoretisch bräuchte auch die DB die Gutscheine nicht, da die Fahrgastrechte alles regeln, damit der Kunde aber nicht ggf. wenn er kein Geld dabei hat (EC oder Kreditkarten hat man eigentlich immer dabei) im Bahnhof schlafen muss, gibt die DB neben den Fahrgastrechten noch Gutscheine aus. Diesen Service bietet Ihnen weltweit kein anderes Bahn- oder auch Fernbusunternehmen und selbst bei Fluggesellschaften habe ich sowas noch nie erlebt.