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Was passiert in Zukunft mit den Schlafwagen?

Werden diese verkauft oder verschrottet?

LG Sch.

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Antworten

Hallo Sch,

folgende Sanierungsbemühungen wurden seitens der DB unternommen, um den klassischen Nachtreiseverkehr aufrechtzuerhalten:

  • In der Vergangenheit gab es bereits eine Vielzahl an Sanierungsbemühungen, um das Nachtzuggeschäft zu retten:
  • Das Angebot wurde kontinuierlich an die Veränderungen am Markt (z. B. Einstellung des Nachtzugs Frankfurt (Main)–Paris nach Inbetriebnahme des Hochgeschwindigkeitsverkehrs zwischen Frankfurt und Paris im Jahr 2008) oder die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst. So wurden zuletzt im Jahr 2014 die drei defizitärsten Linien gekürzt bzw. gestrichen: Die Anbindung von Amsterdam entfiel auf der Strecke Warschau/Prag–Berlin–Köln–Düsseldorf–Oberhausen. Eingestellt wurden die Verbindungen Hamburg/Berlin/München–Paris sowie Kopenhagen–Amsterdam/Basel/Prag.
  • Zur Senkung der Kosten wurde im Jahr 2013 die ehemalige DB AutoZug GmbH in die DB überführt. Auf diese Weise wurden Synergien gehoben und damit unter anderem Kosten für Overheadfunktionen reduziert.
  • Die überdurchschnittlich stark von Verschleiß betroffenen und in der Instandhaltung sehr teuren Doppelstockschlafwagen wurden Ende 2014 aus dem Betrieb genommen, um den hohen Sanierungsaufwand und die überproportionalen laufenden Kosten zu reduzieren. 

Es wurden Alternativen seitens der DB zur Überführung der klassischen Nachtzüge auf Nacht-ICE geprüft. 

  • Aufgrund der wirtschaftlich sehr schwierigen Situation steht die DB unter Handlungsdruck, das Nachtreisegeschäft neu aufzustellen. Entsprechend wurden in den vergangenen Monaten intensiv an alternativen Szenarien für den Nachtzug gearbeitet und diese bewertet. Trotz der Vielzahl an Sanierungsbemühungen bleibt die Prognose der Wirtschaftlichkeit der Verkehre für die kommenden Jahre weiterhin stark negativ. 

Folgende Szenarien wurden neben der Überführung des klassischen Nachtzuges in ein alternatives Konzept geprüft:

1) Investition in den klassischen Nachtzug

  • Für die überalterten Liegewagen wurde im Laufe des Jahres 2015 ein innovatives Redesignkonzept entwickelt. Der Entwicklung des neuen Liegewagens gingen umfangreiche Marktstudien sowie Expertengespräche voraus. Dabei zeigte sich, dass aufgrund des alten Wagenmaterials die Umbaukosten sehr hoch ausfallen würden. Gleichzeitig besteht nach den Erfahrungen aus den Wettbewerbseffekten im Tagesverkehr die begründete Befürchtung, dass die hohen Investitionen nicht durch steigende Umsätze im Segment der Liegewagenkunden gedeckt werden können. Hinzu kommt, dass die Höhe der Investitionen in einen Umbau in keinem Verhältnis zur begrenzten Lebensdauer der vergleichsweise alten Züge steht. 
  • Mit Blick auf die anhaltend schlechte Wirtschaftlichkeit der Nachtreiseverkehre, die die notwendigen hohen Investitionen nicht abdeckt, wird der Umbau der Liegewagen nicht weiterverfolgt. 
  • Im Rahmen des Redesignkonzepts wurde ein 1:1-Modell mit individuellen Schlafkabinen konzipiert, gebaut und am Kunden getestet. Dieses Konzept wurde von den Probanden sehr positiv aufgenommen. Den Umbaukosten, die im Rahmen der Studie veranschlagt wurden, steht die hohe Unsicherheit bzgl. der künftigen Zahlungsbereitschaft und Umsätze gegenüber.

2) Fortführung des Status Quo

  • Die Weiterführung der Nachtzugverkehre entsprechend dem Status Quo ist keine Option. Aufgrund der heute bereits mangelnden Produktqualität ist mit einer künftig sinkenden Nachfrage und Zahlungsbereitschaft bei gleichzeitig weiter steigenden Kosten zu rechnen. 

Darüber hinaus kann ich Sie nur auf Ihren vorherigen Beitrag verweisen. Weiteres können wir zu diesem Thema nicht sagen. Liebe Grüße /jn