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Wie flexibel ist ein flexibles Ticket bei Umwegen wegen Bauarbeiten?

Ich reise regelmäßig zwischen Berlin und Erlangen. Hierfür nutze ich
die Bahn aufgrund der Flexibilität und Möglichkeit in Ruhe zu arbeiten.

Leider ist hier ja aktuell die Strecke Leipzig-Lichtenfels gesperrt,
sodass die Züge unterschiedliche Strecken nehmen.
Da auf dem IC-Erstatzbus regelmäßig eine Reservierung erforderlich ist,
ich also nicht spontan entscheiden kann (und ich beim Busfahren nicht
arbeiten kann), reise ich vorzugsweise über Nürnberg, z.B. 8:27 (ICE 1587) über
Fulda nach Erlangen (Ankunft 13:57).

Kann ich mit o.g. Ticket auch spontan entscheiden, z.B. den Zug um 07:33
(ICE 595) ab Berlin mit Umstieg in Fulda nehmen (Ankunft Erlangen 12:57)?

Danke für die Info!

mimelitt
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Hallo Leo,

auch wenn deine Taste mit dem Ausrufezeichen klemmt und du hier sehr viele Dinge in einen Topf wirfst, möchte ich noch kurz dazu Stellung nehmen.

1. Ja, bei der (freiwilligen) Stückelung von Fahrkarten besteht immer das Risiko bei einem Anschlussverlust schlechtere Fahrgastrechte zu haben. Fahrkarten sollte man also nur dann stückeln, wenn man sich über die Folgen im Klaren ist. Das kann - falsch angewendet - manchmal kein Geld sparen, sondenr im Verspätungsfall sehr teuer werden.
Dein Beispiel mit dem Sparpreis-Zusatz hinkt hier aber, wie du schon selbst erkannt hast, weil das Regio-Ticket keine Zugbindung hat. Auch das Argument, dass kein IC-Aufpreis lösbar ist, zieht nicht, weil zwischen Leipzig und Lichtenfels aktuell sowieso keine Fernzüge fahren, für die man einen Aufpreis erwerben sollte. Einzig die Entschädigungsregelungen sind schlechter, aber der Übergang in Leipzig schien mir lang genug und die Ersparnis war groß genug, um das Risiko eingehen zu können. Insbesondere ging es in der Konversation mit mimelitt die ganze Zeit um Flexpreise. Sollte also ein Anschlussverlust in Leipzig drohen, kauft der User einfach kein Regio-Ticket, sondern einen neuen Flexpreis Richtung Erlangen (der dann allerdings etwas teurer sein dürfte als die Gesamtstrecke Berlin-Erlangen, das gebe ich zu).

2. Es ist richtig, dass ein Sparpreis-Zusatz immer nur für die gesamte Fahrkarte und nicht für einzelne Teilabschnitte gelöst werden kann. Außerdem immer nur für alle Personen, die auf dem Ticket stehen. Kann man sich drüber streiten, ist aber nicht gemein oder unfair, weil es genau so in den Beförderungsbedingungen steht. Der normal wirtschaftende Mensch kauft sich im Zweifelsfall eben ein neues Ticket, wenn es billiger ist als das vorhandene aufzuwerten. Hast du ja schon richtig beschrieben. Wo ist das Problem?

3. Es ist nicht richtig, dass der Umweg via Fulda in umgeleiteten Zügen anders bepreist wird. Eine Fahrkarte München-Leipzig kostet im Umleiter 97 Euro. Bei einer Verbindung mit Umstieg in Fulda (z.B. 10.22 Uhr ICE 880, dann ICE 1549) kostet sie ebenfalls 97 Euro, obwohl nur "reguläre" Züge genutzt wurden.
In deinem Beispiel geht es aber auch gar nicht um die Züge, sondern um die Relation. So ist die Verbindung München-Eisleben tatsächlich auf dem längeren Weg via Fulda, Erfurt und Halle billiger als auf dem direkten via Kassel. Das liegt aber eben daran, DASS die Relationspreise angepasst wurden. So fährst du, wenn du über Erfurt fährst, tariflich eigentlich die Strecke München-Saalfeld-Halle-Eisleben. Diese Tarifanpassung gilt aber nur im Transit, nicht wenn du unterwegs aussteigst. Dann fährst du ja aktiv die Strecke München-Fulda-Erfurt und profitierst sozusagen von der Umleitung und dem Zusatzhalt in Erfurt. Nur wenn du auch die gesamte Strecke als Umleitung befährst, so als würdest du eigentlich durch den Frankenwald fahren wollen, wird dir das auch so in Rechnung gestellt.
Dies führt dazu, dass auch während der Baustelle alles bleibt, wie es war:
Eine Fahrt München - Halle - Eisleben ist am billigsten (101 Euro).
Eine Fahrt München - Fulda - Erfurt - Eisleben ist ein Umweg und kostet mehr (120 Euro).
Eine Fahrt München - Kassel - Eisleben ist auch ein Umweg und kostet mehr (129 Euro).
Zeitlich nehmen sich die drei Wege übrigens fast nichts. Also eigentlich kein Grund zur Aufregung aus meiner Sicht :-)

Gute Fahrt!
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Hallo mimelitt,

die räumliche Gültigkeit eines Flexpreis-Tickets richtet sich nach der Raumbegrenzung, die im Wegetext auf der Fahrkarte abgedruckt ist.
Im konkreten Fall kenne ich den Wegetext zwar nicht, ich vermute aber, dass der Weg über Braunschweig nicht mehr zulässig ist. In diesem Fall kannst du zwar trotzdem spontan über Braunschweig fahren, musst dann aber im Zug eine Umweg-Fahrkarte lösen. Deren Preis richtet sich nach der Differenz beider Normalpreise. In diesem Fall:
Berlin - Erfurt - Erlangen: 100 Euro
Berlin - Göttingen - Erlangen: 133 Euro
Mit Bahncard natürlich entsprechend günstiger.

Die Besonderheit in diesem Fall ist, dass die baustellenbedingte Umleitung über Fulda nicht in den Fahrpreis eingepreist wird. Deshalb sind die Züge über Erfurt deutlich günstiger: Sie werden tariflich immer noch über Saalfeld gerechnet. Fährst du über Braunschweig, verspielst du diesen Bonus sozusagen.

Alles klar?
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mimelitt
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Hallo Eingleisigkeit,

danke für die schnelle Antwort.
Offenbar liegt das Problem im System der Tickets - wegen der Bauarbeiten komme ich viel später an, muss dafür dann auch noch mehr bezahlen.

Bezogen auf andere Baumaßnahmen habe ich Aussagen von der Bahn gefunden, dass sich Kunden mit Normalpreis-Ticket den Mehrpreis erstatten lassen können (hierzu an den Kundendialog wenden).
.
Gilt das in diesem Fall auch?

Danke und schöne Grüße,
mimelitt

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Hallo,

dass du später ankommst, lässt sich bei Bauarbeiten leider nicht vermeiden. Die Sperrung im Frankenwald ist geographisch tatsächlich sehr ungünstig, weil von den ICE-Zügen ein sehr großer Umweg genommen werden muss.
Ich verstehe allerdings nicht, warum du schreibst, du müsstest dafür auch noch mehr bezahlen. Der Preis von 100 Euro dürfte doch derselbe sein wie letztes Jahr als die Züge noch direkt durchgefahren sind, oder?

Das von dir beschriebene Vorgehen mit der Rückerstattung gilt, soweit ich weiß, nur wenn wegen Bauarbeiten zwangsweise Umwege gefahren werden müssen, die teurer sind als die eigentliche Strecke. In diesem Fall ist ja aber gerade der Relationspreis Berlin-Erlangen angepasst worden, sodass du trotz des Umwegs über Fulda nicht mehr zahlst als (vormals) via Saalfeld.

Grüße
Eingleisigkeit

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Hallo Eingleisigkeit,

nochmals danke! Ja, es gibt eine Verbindung zum gleichen Preis. Nur halt eben leider nicht so flexibel (IC-Bus) oder nur alle 2 Stunden.
In dem Sinn "muss" ich die teurere Strecke (133 EUR) nehmen, wenn ich nicht eine Stunde warten kann - was sich durch die längere Fahrtzeit eben noch verschärft.

Muss ich also gegen 7:30 Uhr fahren, muss ich offenbar "zwangsweise" den teureren Umweg fahren. Da wäre eine Erstattung des Mehrpreises - wenn schon das andere Ticket nicht gilt - zumindest kundenfreundlich.

Danke und schöne Grüße,
mimelitt

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Hallo mimelitt,

wenn du um 07.30 Uhr ab Berlin fahren möchtest, bleibt dir noch der konventionelle Weg durchs Saaletal mit dem IC nach Leipzig und weiter mit Regionalzügen nach Erlangen. Dann musst du "nur" 30 Minuten im Ersatzbus zwischen Lichtenfels und Bamberg verbingen. Dieser ist als Teil des Nahverkehrs nicht reservierungspflichtig, du bist also voll flexibel. Die Fahrzeit ist fast identisch zum Weg mit dem ICE über Braunschweig.
Außerdem ist diese Variante noch etwas günstiger: 87 Euro ohne Bahncard.
Vielleicht lohnt sich für dich sogar eine Kombination aus Flexpreis (Berlin-Leipzig) und Regio-Ticket Franken-Thüringen (Leipzig-Erlangen). Das kostet dann insgesamt nur 40+20=60 Euro.

Ich kann schon verstehen, dass dich die Baustelle hier als Pendler auf dieser Relation voll trifft und du dich ärgerst. Das ginge mir wahrscheinlich nicht anders. Einen Anspruch auf eine bestimmte Fahrzeit oder einen Stundentakt gibt es aber nicht, wenn der Ersatzfahrplan wie in diesem Fall schon seit Oktober 2015 kommuniziert wurde. Auch wenn du außerhalb des Bauzeitraums anderes gewohnt bist.

Vielleicht findest du ja unter den angebotenen Alternativen eine Option, die für dich infrage kommt.
Weiterhin gute Fahrt!
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Leo
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Wie hier ja schon öfters zu lesen, ist mangels Kulanz von Stückelung dringend abzuraten: Wenn sich der eine DB-Zug bis hin zum Anschlußverlust verspätet, wird nicht etwa schuldbewußt die Zugbindung gemäß seaparater Fahrkarte für den nächsten DB-Zug aufgehoben, sondern im nächsten DB-Zug mit juristischem Verweis auf 2 getrennte Beförderungsverträge bar jeder Kulanz oder gar Schuldbewußtseins der Sparpreiszusatz kassiert: Auch für Leute mit Bahcard25 UND Bahncard 50 berechnet sich der wie folgt: 17,50€ + Flexpreis (ggf. mit Bahncard25-Rabatt) – Sparpreis (ggf. mit Bahncard25-Rabatt) auf der gesamten Relation für alle Personen laut Sparpreis-Karte.
Anschauliches Beispiel: 5 Personen mit Bahncard 25 und 50 fahren zunächst von München nach Hannover, 2 davon weiter nach Westerland. Die 2 verpassen in Hannover aus eigener Schuld den Zug mit Zugbindung bis Hamburg, ab da ohnehin Nahverkehr ohne Zugbindung. Der logisch denkende Mensch würde jetzt eine Nachzahlung wie folgt erwarten:
17,50€ + Flexpreis Hannover-Hamburg für 2 Personen mit Bahncard50-Rabatt – Sparpreis Hannover – Hamburg mit Bahncard25-Rabatt
Im Zug müssen Sie dann aber zahlen:
17,50€ + Flexpreis München(!!!!!) – Hannover - Hamburg – Westerland(!!!!!) mit Bahncard25(!!!!!!)-Rabatt für 5(!!!!!) Personen – Sparpreis München(!!!!!) – Hannover - Hamburg – Westerland(!!!!!) mit Bahncard25-Rabatt für 5(!!!!!) Personen + Bordpreis-Zuschlag(?)

So pessimistisch interpretiere ich jedenfalls die AGB, oder stimmt das etwa doch nicht so?

Theoretisch verfallen die Sparpreise nicht, praktisch kauft man sich besser für die betroffene Teilstrecke eine neue Karte statt den exorbitanten Sparpreiszusatz…

Ich würde daher ohne längeren Zwischenaufenthalt keinesfalls stückeln, sondern lieber etwas mehr zahlen!!!

Leider ist die Raumbegrenzung wegen der Umleitung aber NICHT geändert worden, weshalb derselbe Weg N-FD-EF-HAL/L in nicht umgeleiteten Zügen deutlich teurer wird.
Ich fahre oft von München nach Eisleben; der schnellste Weg führt im umgeleiteten ICE München-Berlin bis Erfurt und dann im direkten Nahverkehrszug nach Eisleben. Der Flexpreis ist aber hier wegen anscheinend voller Berechnung des Umwegs wesentlich höher als bei Umweg-Fahrt über Halle oder sogar Leipzig und Bitterfeld. (Diese Betrachtungen sind bei mir persönlich aber eher theoretischer Natur, da ich flexibel und daher nicht bereit bin, die trotz Bahcard50-Rabatt doch recht hohen Flexpreise auf längeren Strecken zu zahlen.)

Leo
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Ich kann nicht editieren daher als Nachtrag/Korrektur:
OK, Das mit dem Sparpreis passt hier bei der Fragestellung nicht so recht (ich bin halt sehr auf die Sparpreise fixiert…) , aber auch bei Stückelung mit Nahverkehrssonderangeboten kann es Probleme geben, weil man z.B. zu Nahverkehrssonderangeboten wie Hopper- oder Länder-Tickets zur Not keine Produktübergänge nachkaufen kann (z.B. Holzkirchen-Kufstein vom Nahverkehr zum IC erträgliche 0,50€ mit Bahncard50), sondern stattdessen eine zusätzliche IC-Karte lösen muß.

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Hallo Leo,

auch wenn deine Taste mit dem Ausrufezeichen klemmt und du hier sehr viele Dinge in einen Topf wirfst, möchte ich noch kurz dazu Stellung nehmen.

1. Ja, bei der (freiwilligen) Stückelung von Fahrkarten besteht immer das Risiko bei einem Anschlussverlust schlechtere Fahrgastrechte zu haben. Fahrkarten sollte man also nur dann stückeln, wenn man sich über die Folgen im Klaren ist. Das kann - falsch angewendet - manchmal kein Geld sparen, sondenr im Verspätungsfall sehr teuer werden.
Dein Beispiel mit dem Sparpreis-Zusatz hinkt hier aber, wie du schon selbst erkannt hast, weil das Regio-Ticket keine Zugbindung hat. Auch das Argument, dass kein IC-Aufpreis lösbar ist, zieht nicht, weil zwischen Leipzig und Lichtenfels aktuell sowieso keine Fernzüge fahren, für die man einen Aufpreis erwerben sollte. Einzig die Entschädigungsregelungen sind schlechter, aber der Übergang in Leipzig schien mir lang genug und die Ersparnis war groß genug, um das Risiko eingehen zu können. Insbesondere ging es in der Konversation mit mimelitt die ganze Zeit um Flexpreise. Sollte also ein Anschlussverlust in Leipzig drohen, kauft der User einfach kein Regio-Ticket, sondern einen neuen Flexpreis Richtung Erlangen (der dann allerdings etwas teurer sein dürfte als die Gesamtstrecke Berlin-Erlangen, das gebe ich zu).

2. Es ist richtig, dass ein Sparpreis-Zusatz immer nur für die gesamte Fahrkarte und nicht für einzelne Teilabschnitte gelöst werden kann. Außerdem immer nur für alle Personen, die auf dem Ticket stehen. Kann man sich drüber streiten, ist aber nicht gemein oder unfair, weil es genau so in den Beförderungsbedingungen steht. Der normal wirtschaftende Mensch kauft sich im Zweifelsfall eben ein neues Ticket, wenn es billiger ist als das vorhandene aufzuwerten. Hast du ja schon richtig beschrieben. Wo ist das Problem?

3. Es ist nicht richtig, dass der Umweg via Fulda in umgeleiteten Zügen anders bepreist wird. Eine Fahrkarte München-Leipzig kostet im Umleiter 97 Euro. Bei einer Verbindung mit Umstieg in Fulda (z.B. 10.22 Uhr ICE 880, dann ICE 1549) kostet sie ebenfalls 97 Euro, obwohl nur "reguläre" Züge genutzt wurden.
In deinem Beispiel geht es aber auch gar nicht um die Züge, sondern um die Relation. So ist die Verbindung München-Eisleben tatsächlich auf dem längeren Weg via Fulda, Erfurt und Halle billiger als auf dem direkten via Kassel. Das liegt aber eben daran, DASS die Relationspreise angepasst wurden. So fährst du, wenn du über Erfurt fährst, tariflich eigentlich die Strecke München-Saalfeld-Halle-Eisleben. Diese Tarifanpassung gilt aber nur im Transit, nicht wenn du unterwegs aussteigst. Dann fährst du ja aktiv die Strecke München-Fulda-Erfurt und profitierst sozusagen von der Umleitung und dem Zusatzhalt in Erfurt. Nur wenn du auch die gesamte Strecke als Umleitung befährst, so als würdest du eigentlich durch den Frankenwald fahren wollen, wird dir das auch so in Rechnung gestellt.
Dies führt dazu, dass auch während der Baustelle alles bleibt, wie es war:
Eine Fahrt München - Halle - Eisleben ist am billigsten (101 Euro).
Eine Fahrt München - Fulda - Erfurt - Eisleben ist ein Umweg und kostet mehr (120 Euro).
Eine Fahrt München - Kassel - Eisleben ist auch ein Umweg und kostet mehr (129 Euro).
Zeitlich nehmen sich die drei Wege übrigens fast nichts. Also eigentlich kein Grund zur Aufregung aus meiner Sicht :-)

Gute Fahrt!
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Hallo Eingleisigkeit,
Ich habe mit der formal-juristischen Logik so meine Probleme, die eher kundenunfreundliche AGB als unverrückbares Naturgesetz betrachtet. Insbesondere erwarte ich eigentlich vom Flexpreis, dass er mit zunehmender Entfernung steigt. Ich fahre oft von Holzkirchn(HK) bei München(M) nach Eisleben(Eis) und hatte eigentlich vor, auch öfters spontan mit dem Flexpreis zu fahren, der dank neuer ermäßigter Bahncard50 zusätzlich zur üblichen Bahncard25 theoretisch attraktiv erschien. Natürlich steige ich möglichst selten um, z.B. in Kassel(KS), Erfurt(EF) oder evtl. noch in Halle(HAL) oder Bitterfeld(BTF), und natürlich möglichst sicher um, d.h. gerne 20 Minuten Umsteigezeit.
Für Mittwoch 20.4. finde ich heute folgende Spar- und Flexpreise:
HK -> M -> EF -> Eis: 2 Umstiege, Umsteigezeiten 26 und 44 min, 36,75€ Sparpreis mit BC25 / 61,50€ Flexpreis mit BC50 – ab Erfurt bis Eisleben ca. 90km
HK -> M -> EF -> HAL -> Eis: 3 Umstiege, Umsteigezeiten 26, 19 und 11 min, 29,75€ Sparpreis mit BC25 / 53€ Flexpreis mit BC50 - ab Erfurt bis Eisleben ca. 160km
HK -> M -> BTF -> Eis: 2 Umstiege, Umsteigezeiten 26 und 65 min, 44,25€ Sparpreis mit BC25 / 58€ Flexpreis mit BC50 – ab Erfurt bis Eisleben ca. 250km
HK -> M -> KS -> Eis: 2 Umstiege, Umstiegszeiten 29 und 32 min, 50,25€ Spar mit BC25 /67€ Flex mit BC50

Der ICE von München nach Berlin fährt z.Z. ohnehin über Erfurt – und dann weiter über Leipzig und Bitterfeld. Ab Erfurt bis Eisleben bevorzuge den sichersten und mit ca. 90km kürzesten Weg direkt nach Eisleben. Auf dem insgesamt 160km langen Umweg (70 km weiter) mit einem zusätzlichen Umstieg über Halle wäre ich theoretisch sogar etwas schneller am Ziel – sofern die Anschlüsse klappen. Obwohl ich die tariflichen Hintergründe kenne, sträuben sich auf meinem mathematisch-logisch denkenden Kopf die Nackenhaare bei dem Argument, der ab Erfurt ca. 90km lange direkte Weg nach Eisleben sei ein Umweg gegenüber dem ca. 160km langen Weg über Halle… Ich will ja möglichst bequem zum Ziel, und daher hätte ich ja eigentlich auf dem neuesten bequemsten Weg (in Erfurt aus dem ICE München-Berlin in den direkten Zug nach Eisleben umsteigen) den gleichen Preis erwartet wie auf dem im Normalbetrieb bequemsten Weg (in Halle aus dem ICE München-Berlin in den direkten Zug nach Eisleben umsteigen); vom Wechsel des Umstiegs-Orts Erfurt statt Halle profitiere ich überhaupt nicht, ich muss nur draufzahlen, wenn ich kürzer, bequemer und sicherer fahren möchte. Ich habe jetzt wenigstens gelernt: Diese Gestaltung der Flexpreise ist also nur scheinbar ein Bug, in Wirklichkeit ein Feature.
Das ist aber in der Tat für mich nur ein theoretisches Problem, in der Praxis bin ich bisher immer mit Sparpreisen gefahren, die es erfreulicherweise doch noch kurzfristiger in akzeptabler Höhe gab als zunächst befürchtet. Daher hat sich die Bahncard25 längst amortisiert, die Bahncard50 war aber wohl trotz ermäßigtem Preis ein Fehlkauf, da man auf kürzeren Strecken bei realistischem Vergleich mit Nahverkehrs-Sonderangeboten wie Hopper-Tickets kaum spart – und auf längeren Strecken bei nicht allzu kurzfristiger und flexibler Buchung Sparpreise mit 25% Rabatt (genau wie die reinen Betriebskosten eines kleinen Autos und Fernbusse) meist wesentlich günstiger sind als die Flexpreise mit 50% Rabatt.
Wenn ich irgendwo im Internet etwas bestellen will und AGB in der Art des Sparpreis-Zusatzes (mit eklatanter Diskrepanz zwischen dem nach Logik zu Erwartendem und der nach kunstvoll zum Nachteil des Kunden gestalteten Paragrafen Gelieferten) finde, macht das für mich einen recht unseriösen Eindruck (von mir mit Ausrufezeichen markiert), der mich eher nach Alternativen Ausschau halten läßt… Ich könnte mir daher durchaus vorstellen, dass sich so mancher (mit teurer Reklame gerade erst gewonnener Neu-) Kunde mit gestückelten Fahrkarten nach Zahlung seines ersten unerwartet happigen Sparpreis-Zusatzes (wegen Anschlußverlusts von einem DB-Zug in den nächsten) leider gezwungen sieht, sich nach Alternativen zur Bahn umzusehen.
Nichts für ungut!
Leo