Frage beantwortet

Ausstattung der Notfallausrüstung

Hallo liebes Bahnteam ich hatte leider gerade im ice 1652 die ehre eine Frau zu reanimieren. Zum Glück waren noch zwei Ärzte mit an Bord und wir haben das beste gegeben. Leider war die notfallausrustung "umfangreich" aber nicht zufriedenstellend. Ggf. war fehlendes Material ggf. lebendsentscheident. Wer ist für die Ausstattung in den Zügen verantwortlich?
Liebe grüße Christian Fessel

Die Antwort wurde von DB Bahn bestätigt

Hallo Fes, erst einmal gehört ein großes Dankeschön ausgesprochen. Nicht immer gehört diese Hilfsbereitschaft in der heutigen Zeit an die Tagesordnung. Nur durch das schnelle Handeln von Ärzten und medizinischem Personal kann Schlimmeres verhindert werden. Die Züge der DB Fernverkehr AG sind mit sogenannten Notarztkoffern 'Ulmer Koffer' ausgerüstet. Diese beinhalten alle wesentlichen Utensilien die für die Erstversorgung eines Fahrgastes benötigt werden. Durch die schnelle Weiterleitung des Notrufs durch den Zugchef an den Triebfahrzeugführer und an den Fahrdienstleiter/die Notfallleitstelle stehen in der Regel innerhalb von 10 min. Rettungssanitäter und Notärzte am nächsten geeigneten Bahnhof bereit. Die Ausrüstung mit einem Defibrillator ist in Deutschland nur in öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben. Ein Zug zählt hier jedoch nicht dazu. Für weitere Fragen stehen ich Ihnen gern zur Verfügung und wünsche noch einen schönen Ostermontag.
Gruß, Tino!

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Hallo Fes, erst einmal gehört ein großes Dankeschön ausgesprochen. Nicht immer gehört diese Hilfsbereitschaft in der heutigen Zeit an die Tagesordnung. Nur durch das schnelle Handeln von Ärzten und medizinischem Personal kann Schlimmeres verhindert werden. Die Züge der DB Fernverkehr AG sind mit sogenannten Notarztkoffern 'Ulmer Koffer' ausgerüstet. Diese beinhalten alle wesentlichen Utensilien die für die Erstversorgung eines Fahrgastes benötigt werden. Durch die schnelle Weiterleitung des Notrufs durch den Zugchef an den Triebfahrzeugführer und an den Fahrdienstleiter/die Notfallleitstelle stehen in der Regel innerhalb von 10 min. Rettungssanitäter und Notärzte am nächsten geeigneten Bahnhof bereit. Die Ausrüstung mit einem Defibrillator ist in Deutschland nur in öffentlichen Gebäuden vorgeschrieben. Ein Zug zählt hier jedoch nicht dazu. Für weitere Fragen stehen ich Ihnen gern zur Verfügung und wünsche noch einen schönen Ostermontag.
Gruß, Tino!

Sehr gerne lieber Christian. Sagen wir es mal so, ich hatte die Ostertage viel Zeit mich mit den Notfallausrüstungen an Bord unserer Züge vertraut zu machen :-)

Hallo Tina,
Hallo Bahnteam,

Vielen Dank für eure raschen Antworten. Wäre der sich am Bord befindliche Notfallkoffen nach aktuellen Bestückung von "Ulmer Koffer "befüllt gewesen wäre es super gewesen. Es fehlten leider Bestandteil bzw. waren Bestandteile nicht funktionsfähig.
Ich weiß ja nicht wie oft es zu Notfällen in Zügen kommt, aber sollte man sich nicht gedanken machen, ob es bei Zügen in dieser Größe auch die Stationierung eines AED Gerätes sinnvoll wäre. Von einer 10 Minuten Notarztversorgung waren wir weit weg.
Des weiteren wäre eine gute Kurzanleitung für Verhalten in Notfällen und eine Bestückungsliste für den Inhalt sinnvoll.

Mich würde interessieren wie die Bahn mit meiner Meldung verfährt (internes Fehlermanagemet? Risikomanagement?)
Gerne stehe ich Ihnen für weitere Informationen zur Verfügung.
LG
Christian

Hallo Fes,

ich kann Ihnen gerne noch weiterführende Informationen zu dieser Thematik geben:

  • Einsatz im Personenverkehr:

Wir haben auf unseren Zügen keine automatisierten externen Defibrillatoren (AED) installiert. Ein solcher Einsatz wurde intensiv geprüft, in Form einer umfangreichen Studie im Jahr 2007. Seitdem werden fortlaufend die aktuellen Erkenntnisse und Entwicklungen zum Einsatz von AED beobachtet und bewertet. Allerdings ist es nach allen Ergebnissen unserer Studien kaum möglich, ein sinnvolles Einsatzkonzept zu erstellen. Bei einem Herzstillstand muss innerhalb der ersten fünf Minuten der AED zum Einsatz kommen - das heißt, er muss in dieser kurzen Zeit gefunden, aus seiner Aufhängung genommen und eingesetzt werden. Unsere Züge sind aber teilweise sehr lang und es gibt aktuell kein sinnvolles Konzept, das einen Einsatz in fünf Minuten sicherstellt. Die Voraussetzungen dafür sind beispielsweise in einem sehr überschaubaren Flugzeug deutlich besser.

Unsere Mitarbeiter in den Fernverkehrs- und Regionalzügen sind notfallmedizinisch geschult. Alle Zugchefs und Kundenbetreuer im Nahverkehr absolvieren im Rahmen ihrer Funktionsausbildung die Grundausbildung zum "Ersthelfer". Das Wissen und die Fertigkeiten werden anschließend alle zwei Jahre in Fortbildungen aufgefrischt.

  • Einsatz an den Bahnhöfen:

Der Einsatz von Defibrillatoren im Bahnhof ist derzeit aus überwiegend technischen Gründen nicht vorgesehen. Es bedarf weiterer technischer Erkenntnisse und möglicherweise auch einer Weiterentwicklung der Geräte.

Es gibt keine gesicherten technischen Erkenntnisse über Wechselwirkungen mit der bahntypischen elektrischen Oberleitung (15.000 Volt, vom Ortsnetz abweichende Stromfrequenz 16 2/3 Hertz).

Defibrillatoren wären im Bahnhof oft Witterungseinflüssen ausgesetzt. Im Gegensatz zu Flughäfen, wo Defibrillatoren bereits häufig anzutreffen sind, sind die meisten Bahnhöfe keine geschlossenen und beheizten Gebäude. Zudem ist zu erwarten, dass auch Defibrillatoren Ziel von Vandalismus werden.

Ein am Bahnhof stationierter Defibrillator würde die Umgebungstemperatur annehmen. Je nach Bauart lassen sich ab Temperaturen um den 0 Grad-Bereich die Elektrodenpads nicht mehr zuverlässig anbringen. Das birgt ein erhebliches Risiko für Patient und Anwender.

In großen Bahnhöfen halten einige Pachtbetriebe Defibrillatoren im Innenbereich bereit.

Liebe Grüße /jn