Frage beantwortet

Warum bei WC-Ausfall nicht vor Abfahrt am Bahnsteig informieren?

Wenn ein Regionalzug mit nur einer oder zwei Toiletten an Bord losfährt oder unterwegs ist und wegen Defektes gar keine zur Verfügung steht, warum kann dann nicht vor Abfahrt am Bahnsteig bzw. unterwegs am Bahnsteig informiert werden? So betreten die Fahrgäste den Zug und merken erst dann, dass sie wohlmögl. 2 Stunden sich alles verkneifen müssen (u.U. unter Schmerzen)?

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Hallo torstenweyers, sicherlich geht es in dieser Diskussion um den aktuellen Fall auf Zahlung von Schmerzensgeld der derzeit gerichtlich verhandelt wird. Dazu möchte ich auch nicht zu sehr in die Materie greifen weil dafür höhere Instanzen bezahlt werden um nun zu ermitteln ob der Fahrgast Anspruch auf eine (funktionierende) Toilette hat. Ich verweise hierbei mal auf den anderen Beitrag zum Thema Bordbistro. https://community.bahn.de/questions/1046789-totalausfall-teil-ausfall-bordbistro-abfahrt-durchsagbar Hier hatte ich bereits ausführlich erklärt wieso mitunter nicht immer bzw. rechtzeitig über einen Qualitätsmangel informiert werden kann. Bei den WCs ist dies eigentlich gleich. Jedoch mit einem kleinen Unterschied. Sofern die Rechtsprechung nichts anderes sagt ist ein WC kein Bestandteil der Beförderungsverträge. Somit muss auch hier nicht explizit über den Ausfall der Einrichtung informiert werden. Einzige Ausnahme gibt es hier beim Fernverkehr für die sogenannten behindertengerechten Einrichtungen. Diese müssen dem entsprechenden Kundenkreis bereits vor der Zugfahrt angekündigt werden wenn sie nicht zur Verfügung stehen. Des Weiteren stellt sich mir auch die Frage wie dies (egal ob Nah- oder Fernverkehr) kommuniziert werden soll? Wieviele Mitteilungen möchten Sie als Kunde in der sogenannten Tickerzeile lesen? Etwa so: WC Wagen 1, 7, 14 defekt? Dazu käme dann noch die Frage welches der beiden WCs in einem Wagen? Ist es dann das WC 1 oder WC 2? Und dann wäre da noch die berechtigte Frage nach dem Grad der Störung. Ist nur das Waschbecken verstopft oder die gesamte WC-Anlage außer Betrieb? Sie sehen man würde hier mehr für Verwirrung sorgen statt die Kunden zu informieren. Jedes nicht funktionstüchtige WC ist zudem mit einem gelben 'WC defekt' Aufkleber versehen, so dass man über diese Störung jederzeit informiert wird. Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig erklären wieso dies nicht immer möglich ist bzw. aktuell nicht aktiv über die entsprechenden Kanäle kommuniziert wird.
Gruß, Tino!

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Hallo torstenweyers, sicherlich geht es in dieser Diskussion um den aktuellen Fall auf Zahlung von Schmerzensgeld der derzeit gerichtlich verhandelt wird. Dazu möchte ich auch nicht zu sehr in die Materie greifen weil dafür höhere Instanzen bezahlt werden um nun zu ermitteln ob der Fahrgast Anspruch auf eine (funktionierende) Toilette hat. Ich verweise hierbei mal auf den anderen Beitrag zum Thema Bordbistro. https://community.bahn.de/questions/1046789-totalausfall-teil-ausfall-bordbistro-abfahrt-durchsagbar Hier hatte ich bereits ausführlich erklärt wieso mitunter nicht immer bzw. rechtzeitig über einen Qualitätsmangel informiert werden kann. Bei den WCs ist dies eigentlich gleich. Jedoch mit einem kleinen Unterschied. Sofern die Rechtsprechung nichts anderes sagt ist ein WC kein Bestandteil der Beförderungsverträge. Somit muss auch hier nicht explizit über den Ausfall der Einrichtung informiert werden. Einzige Ausnahme gibt es hier beim Fernverkehr für die sogenannten behindertengerechten Einrichtungen. Diese müssen dem entsprechenden Kundenkreis bereits vor der Zugfahrt angekündigt werden wenn sie nicht zur Verfügung stehen. Des Weiteren stellt sich mir auch die Frage wie dies (egal ob Nah- oder Fernverkehr) kommuniziert werden soll? Wieviele Mitteilungen möchten Sie als Kunde in der sogenannten Tickerzeile lesen? Etwa so: WC Wagen 1, 7, 14 defekt? Dazu käme dann noch die Frage welches der beiden WCs in einem Wagen? Ist es dann das WC 1 oder WC 2? Und dann wäre da noch die berechtigte Frage nach dem Grad der Störung. Ist nur das Waschbecken verstopft oder die gesamte WC-Anlage außer Betrieb? Sie sehen man würde hier mehr für Verwirrung sorgen statt die Kunden zu informieren. Jedes nicht funktionstüchtige WC ist zudem mit einem gelben 'WC defekt' Aufkleber versehen, so dass man über diese Störung jederzeit informiert wird. Ich hoffe ich konnte Ihnen ein wenig erklären wieso dies nicht immer möglich ist bzw. aktuell nicht aktiv über die entsprechenden Kanäle kommuniziert wird.
Gruß, Tino!

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Die DBAG will sich doch wohl in der heutigen Zeit nicht ernsthaft damit rausreden, dass ein funktionstüchtiges WC Teil eines sog. Beförderungsvertrages ist?! Dreimal laut gelacht! Wir leben im Jahr 2016!!! - Zudem: Es ging mir vorangig um ein WC (meist das einzige) in einer Regionalbahn! Wenn das nicht funktioniert, so meine Auffassung ist vor dem Einsteigen der Passagier darüber zu informieren, weil ja sonst die Fahrtzeit über ohne WC-Möglichkeit ist!

Tino Groß
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Guten Morgen torstenweyers, Sie haben leider nicht korrekt gelesen. Ein WC ist KEIN Teil des Beförderungsvertrages. Dies wurde auch von Gerichten so gesehen und hat daher eine Klage auf Zahlung von Schmerzensgeld abgelehnt. Zur Begründung nur kurz. Der Kunde wurde im Zug auf die fehlende/gestorte Toilette hingewiesen und hätte jederzeit die Möglichkeit gehabt an einem der größeren Bahnhöfe auszusteigen um die Notdurft zu verrichten. Nichts anderes wäre es demnach wenn über Lautsprecher darüber hingewiesen wäre. Ein Aufkleber 'WC defekt' stellt in meinen Augen aber eine aufklärende Information dar.
Gruß, Tino!