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Studierendenrabatt

Warum ist die Bahn eigentlich mit Rentnern bei der ermäßigten Bahncard so großzügig (ab 60 J.), während bei Studierenden eine für viele Studiengänge völlig unrealistische Altersgrenze von 26 J. angelegt wird?

Sagt der eine Bahnmarketingstratege zum anderen: "Sag mal, warum fahren diese Studierenden eigentlich alle Fernbus?"

Nitol
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Blender28
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Guten Morgen Nitol, was ist denn an dieser Altersgrenze unrealistisch? Laut "Zeit Online" dauern von 18500 Studiengängen mehr als 90% nicht mehr als 8 Semester. Dies wird mit einer, meines Erachtens, großzügigen Altersgrenze Rechnung getragen.

Nitol
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Hallo Blender28, die Antwort zeigt leider genau das Problem auf. Die von dir in Bezug genommenen Studiengänge sind überwiegend Bachelorstudiengänge, die oftmals, teils sogar weit überwiegend, noch durch einen Master ergänzt werden, der ebenfalls Zeit in Anspruch nimmt. Von Medizinern, Juristen und Theologen brauchen wir hier gar nicht zu reden. Bei denen Juristen weiß ich aus persönlicher Erfahrung, dass die dortige Regelstudienzeit weitgehend aus der Luft gegriffen ist und von nahezu niemandem eingehalten werden kann. Einen realistischeren Blick auf die Studiendauer als solche Planzahlen, werfen Untersuchungen zur tatsächlichen Dauer. Siehe etwa den aktuellen Bildungsbericht. http://www.bildungsbericht.de/zeigen.html?seite=11123
Hinzu kommen Auslandssemestern, die heutzutage wenn nicht obligatorisch jedenfalls vom Arbeitsmarkt massiv eingefordert werden. Auch wer sich vor dem Studium etwa in einem FSJ zum Wohle der Gesellschaft engagiert, wird möglicherweise am Ende bestraft. Die bewundernswerten Studierenden, die über den zweiten Bildungsweg kommen oder anschließend an eine Ausbildung noch studieren sind nach dieser Logik ebenfalls "zu langsam". Benachteiligt werden auch diejenigen, die noch eine 13-jaehrige Schulausbildung absolvieren. Andere Unternehmen tragen dem deutlich weitgehender und studierendenfreundlicher Rechnung.

DB
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Team

Hallo Nitol, diese Grenzen liegen ja dem zugrunde, dass das Renteneintrittsalter einmal bei 60 Jahren lag und man auch in der Regel mit 27 mit dem Studium fertig ist. Bei Erststudenten schwankt das das Durchschnittsalter bei 8 Fachsemestern zwischen 25 und 27 Jahren. Auch sind diese Grenzen weit verbreitet und üblich. Mit der Altersgrenze schneidet die Bahn hier nicht willkürlich eine Linie, welche sonst keine gängige Praxis wäre. Natürlich kann ich verstehen, dass man nicht begeistert ist, wenn man plötzlich mehr zahlen muss. Keiner zahlt gerne mehr, aber für völlig unrealistisch halte ich diese Grenze nun auch nicht. /ti

Leo
Leo

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Hier die Regelung bei der Einkommensteuer: Für während des Studiums unterstützte Kinder gibt es AUTOMATISCH bis Alter 27 der Kinder Freibeträge – gegen Nachweis des Erststudiums aber bis zur Beendigung des Studiums auch darüber hinaus. Wenn man Studenten (oft noch ohne Auto) aus den Fernbussen locken will, wäre das doch mal ein erfolgversprechender Ansatz für den Rabatt bei der Bahncard. Es ist offenbar noch nicht überall angekommen: Außer gewissen Laberfächern ist ein anspruchsvolles Studium in 8 Semestern (inklusiver verlangtem Industriepraktikum!) praktisch nicht zu schaffen; wenn man noch zusätzlich zum Studium jobben muß, erst recht nicht. Das ist übrigens schon länger so: Mit meinem Dipl.-Ing. Abschluß in Elektrotechnik 1979 in Aachen nach 11,5 Semestern (d.h. 10 Semester Studium plus Diplomarbeit, OHNE verlängerndes Auslandssemster, damals kein Muß im Lebenslauf und daher als unnötige Verlängerung vermieden) gehörte ich damals schon zu den schnelleren… Und wer heute nicht auf Anhieb einen Master-Studienplatz erhält, hat es noch schwerer…